Inzwischen 19 Prozent Minus – und das trotz ohnehin niedriger Erwartungen. PayPal liefert ein Quartal, das weh tut, und setzt sofort den nächsten Schock obendrauf: CEO Alex Chriss wird abgelöst, HP-Chef Enrique Lores übernimmt. Die Aktie wird abverkauft, der Sektor gleich mit. Entscheidend ist jetzt eine Frage, die PayPal nicht mehr wegmoderieren kann.
Wird es einen konkreten Anlauf für einen mehrjährigen Turnaround geben? Jefferies-Analyst Trevor Williams sagte jedenfalls: „Der CEO-Wechsel spricht Bände“ und deute auf eine „Schwäche auf ganzer Linie“ hin.
Die Ergebnisse und Prognose waren noch mal deutlich schwächer als die eh schon geringen Erwartungen von Analysten. Dementsprechend fallen auch die weiteren Reaktionen aus. Bei Evercore ist man sich sicher: „Die schwachen Ergebnisse des 4. Quartals in Verbindung mit einer schlechter als erwarteten Prognose führten dazu, dass der Vorstand Alex Criss als CEO absetzte.“ Das sei an sich zwar keine Überraschung, geschehe aber früher als erwartet. Der Neue, Lores, sei zwar „zweifellos eine angesehene Führungskraft, aber die große Frage ist, ob er ein schlagkräftiges Zahlungsteam zusammenstellen wird, um einen weiteren mehrjährigen Turnaround zu versuchen, oder ob er Optionen für strategische Vermögenswerte prüfen wird“.
Die Frage, wie sich PayPal künftig überhaupt positionieren will, ist völlig offen. Dementsprechend verschnupft haben Anleger heute reagiert und die Aktie auf ein Mehrjahrestief geschickt.
Die RBC moniert zudem: „PayPal hat Ergebnisse vorgelegt, die weder die Erwartungen von RBC noch die der Analysten erfüllten.“ Umsatz und bereinigter Gewinn pro Aktie seien hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Die Prognose ebenso.
Es wird wohl lange dauern und einige gute Ideen brauchen, damit PayPal eine nachhaltige Wende schaffen kann. DER AKTIONÄR setzt sich in der kommenden Ausgabe detailliert mit der aktuellen Situation bei dem Bezahlriesen auseinander. Erhältlich ist die Ausgabe bereits ab dem morgigen Mittwoch um 19 Uhr als E-Paper.
Heute, 21:46