Die Aktien von Heidelberg Materials sind am Donnerstag im Verlauf des Nachmittags auf den tiefsten Stand seit Oktober gefallen. Belastend wirkten dem Vernehmen nach Aussagen von Bundeskanzler Friedrich Merz beim Gipfeltreffen der energieintensiven Industrien in Antwerpen, die erneut Spekulationen über eine mögliche Lockerung von Klimaschutzvorgaben auslösten. Der DAX-Konzern gilt in Finanzkreisen als Profiteur strengerer Klimaschutzmaßnahmen.
Bei dem Treffen wurde laut Bloomberg das europäische Emissionshandelssystem (ETS) wegen der hohen CO₂-Preise und deren Auswirkungen auf die Wettbewerbsfähigkeit unter anderem der Chemie- und Zementbranche kritisiert. Merz betonte demnach, das EU-Emissionshandelssystem sei geschaffen worden, um den CO₂-Ausstoß zu senken und gleichzeitig den betroffenen Unternehmen den Übergang zur emissionsfreien Produktion zu ermöglichen. Sollte dieses Ziel nicht erreichbar sein oder sich das Instrument als ungeeignet erweisen, müsse man offen dafür sein, es zu überarbeiten oder zumindest zu verschieben.
Heidelberg Materials gilt bislang als Profiteur strengerer Klimaschutzmaßnahmen, da der Konzern bei Dekarbonisierung und CO₂-Abscheidung im Produktionsprozess eine branchenführende Position einnimmt. Anleger hatten daher Kostenvorteile für den Zementhersteller erwartet, sobald kostenlose Emissionszertifikate auslaufen. Eine mögliche Verlängerung dieser Regelung würde diesen Vorteil jedoch schmälern.
Die Aktie von Heidelberg Materials lief im vergangenen Börsenjahr sehr stark, machte im neuen Jahr genauso weiter und markierte Ende Januar 2026 bei 241,80 Euro ein Allzeithoch. Anfang Februar berichtete dann das Handelsblatt unter Berufung auf einen hochrangigen EU-Beamten über eine Verlängerung kostenloser Emissionszertifikate. Die Aktie dreht umgehend nach unten ab und hat seitdem rund 21 Prozent an Wert verloren.
DER AKTIONÄR ist grundsätzlich für die Aktie von Heidelberg Materials zuversichtlich gestimmt, doch eine Verlängerung kostenloser Emissionszertifikate könnte für weiteren Gegenwind sorgen. Wichtig: Der Stoppkurs der Altempfehlung wurde vor Kurzem bereits auf 180 Euro nachgezogen.
(Mit Material von dpa-AFX)
Heute, 17:57