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Commerzbank: Jetzt ist die Absage offiziell

Commerzbank: Jetzt ist die Absage offiziell
Foto: ollo/iStockphoto
Commerzbank AG -%
Michael Herrmann Heute, 15:51 Michael Herrmann

Die Commerzbank weist das Übernahmeangebot der italienischen UniCredit zurück. Vorstand und Aufsichtsrat empfehlen den Aktionären, das Umtauschangebot nicht anzunehmen. Aus Sicht der Frankfurter bietet UniCredit weder eine angemessene Prämie noch einen überzeugenden Plan für einen möglichen Zusammenschluss.

Das Wichtigste kurz und knapp

• Vorstand und Aufsichtsrat der Commerzbank lehnen das UniCredit-Angebot offiziell ab und empfehlen Aktionären, es nicht anzunehmen.

• Aus Sicht der Commerzbank bietet UniCredit keine angemessene Prämie und keinen belastbaren strategischen Plan.

• UniCredit hält direkt 26,77 Prozent und meldet inklusive Finanzinstrumenten inzwischen Zugriff auf bis zu 38,87 Prozent der Stimmrechte.

In einer am Montag veröffentlichten Stellungnahme kritisieren Vorstand und Aufsichtsrat der Commerzbank die Offerte aus Mailand deutlich. Die UniCredit habe „keinen nachvollziehbaren und belastbaren strategischen Plan für einen Zusammenschluss vorgelegt“. Der Plan sei vage und berge „erhebliche Risiken“.

Besonders kritisch sieht die Commerzbank die Annahmen der Italiener zu möglichen Synergien. Die UniCredit unterschätze mögliche Ertragsverluste im Fall einer Übernahme und überschätze gleichzeitig die Einsparpotenziale. Zudem rechne die italienische Großbank mit einer unrealistischen Umsetzungsdauer.

Das betreffe insbesondere den geplanten Personalabbau, die komplexe IT-Integration sowie mögliche Ertragsverluste durch Überschneidungen im Firmenkundengeschäft. Die von UniCredit erwarteten Synergien seien „in Summe weder belastbar noch überzeugend“, heißt es in der Stellungnahme.

Vorstandschefin Bettina Orlopp wurde noch deutlicher. „Was die UniCredit als Zusammenschluss bezeichnet, erweist sich als Restrukturierungsvorschlag, der massiv in unser bewährtes und profitables Geschäftsmodell eingreifen würde“, sagte sie. Aufsichtsratschef Jens Weidmann ergänzte, die „unausgereiften Vorstellungen“ der UniCredit gefährdeten sowohl die Kundenbeziehungen der Commerzbank als auch die Motivation der Beschäftigten.

Vorstand und Aufsichtsrat sind überzeugt, dass die eigenständige Umsetzung der jüngst vorgestellten Strategie mit erhöhten Gewinnzielen mehr Wert für die Aktionäre schafft. Investierte Anleger würden davon profitieren.

Die UniCredit weist die Darstellung der Commerzbank zurück. Man sei mit vielen der vorgebrachten Argumente grundsätzlich nicht einverstanden und halte sie für unbegründet sowie nicht durch Daten belegt. Nach Prüfung der angesprochenen Punkte wollen die Italiener zu gegebener Zeit Stellung nehmen.

Parallel sichert sich die UniCredit weiter Zugriff auf Commerzbank-Anteile. Direkt halten die Italiener 26,77 Prozent der Aktien. Über Finanzinstrumente kommen weitere 3,22 Prozent hinzu. Damit bleibt UniCredit mit zusammen 29,99 Prozent knapp unter der Schwelle von 30 Prozent. Insgesamt meldet die Bank inzwischen aber eine Steigerung der Stimmrechte von 32,64 auf 38,87 Prozent. Darin enthalten sind Kaufpreis-Sicherungen für 8,88 Prozent der Aktien.

Commerzbank (WKN: CBK100)

Die klare Ablehnung durch Vorstand und Aufsichtsrat kommt alles andere als überraschend. Die Führungsmitglieder haben aus ihrer ablehnenden Haltung bereits vorher keinen Hehl gemacht. Das aktuelle Tauschangebot ist aus Aktionärssicht tatsächlich unattraktiv. Investierte Anleger bleiben dabei. Auch Neueinsteiger können noch auf einer Erhöhung der Offerte spekulieren. Der Stoppkurs verbleibt bei 29,00 Euro.

FAQs zur Commerzbank:

Was macht die Commerzbank?

Die Commerzbank ist eine der führenden Banken in Deutschland. Sie betreut Privatkunden, Firmenkunden und institutionelle Investoren. Nach der Deutschen Bank ist die Commerzbank die zweitgrößte börsengelistete Bank Deutschlands.

Ist die Commerzbank-Aktie im DAX gelistet?

Ja, die Commerzbank-Aktie ist im DAX gelistet und zählt damit zu den wichtigsten börsennotierten Unternehmen in Deutschland.

Zahlt die Commerzbank eine Dividende?

Ja, die Commerzbank zahlt grundsätzlich eine Dividende. Sie Höhe hängt von der Geschäftsentwicklung, der Kapitalausstattung und den Beschlüssen von Vorstand, Aufsichtsrat und Hauptversammlung ab. In den vergangenen Jahren wurde sie mehrfach kräftig erhöht.

Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Commerzbank.

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