UniCredit baut den Zugriff auf Commerzbank-Anteile weiter aus. Die italienische Großbank kann sich inzwischen Zugriff auf bis zu 38,9 Prozent an dem Frankfurter DAX-Konzern verschaffen. Während das offizielle Tauschangebot bislang kaum angenommen wird, arbeitet UniCredit-Chef Andrea Orcel damit weiter an seiner strategischen Position.
Das Wichtigste kurz und knapp
• Das laufende Tauschangebot kommt bislang kaum voran: In der ersten Woche wurde es nur für 0,006 Prozent der Commerzbank-Aktien angenommen.
• Direkt hält die italienische Großbank weiterhin 26,77 Prozent; über Total Return Swaps kommen weitere 8,88 Prozent hinzu.
• UniCredit kann sich so inzwischen Zugriff auf bis zu 38,87 Prozent der Commerzbank sichern.
Wie aus einer am Montag veröffentlichten Stimmrechtsmitteilung hervorgeht, hat die UniCredit den Bestand an Derivaten auf die Commerzbank-Aktie weiter aufgestockt. Konkret geht es um Total Return Swaps auf 8,88 Prozent der Commerzbank-Aktien, für die zunächst ein Barausgleich vorgesehen ist.
Solche Vereinbarungen können in der Regel angepasst werden. Damit könnte die UniCredit über die Derivate perspektivisch auch Zugriff auf weitere Commerzbank-Aktien erhalten. Laut der Unterlage zum laufenden Aktientauschangebot hatte die italienische Großbank solche Total Return Swaps vor allem mit der japanischen Bank Nomura vereinbart.
Direkt hält UniCredit weiterhin 26,77 Prozent an der Commerzbank. Das offizielle Übernahmeangebot soll Orcel ermöglichen, die Schwelle von 30 Prozent zu überschreiten, ohne ein teureres Pflichtangebot unterbreiten zu müssen.
Bislang kommt das Tauschangebot kaum voran. In der ersten Woche wurde es lediglich für 0,006 Prozent der Commerzbank-Aktien angenommen. Das ist ein deutliches Signal: Aktionäre halten die Offerte wie vom AKTIONÄR erwartet mit großer Mehrheit für unattraktiv.
Die Commerzbank selbst wehrt sich weiterhin gegen eine Übernahme durch die Italiener. Vorstandschefin Bettina Orlopp setzt auf Eigenständigkeit und hatte zuletzt mit neuen Finanzzielen bis 2030 die eigene Strategie untermauert. Die Bank will profitabler werden, die Kosten senken und die Rendite deutlich steigern.
Für die UniCredit bleibt der Übernahmepoker schwierig. Einerseits sichert sich Orcel über Derivate und das laufende Angebot immer mehr strategische Optionen. Andererseits zeigt die extrem niedrige Annahmequote, dass die Commerzbank-Aktionäre bislang so gut wie keine Bereitschaft zeigen, ihre Aktien zu den angebotenen Konditionen abzugeben.
Der Kampf um die Commerzbank ist nicht entschieden. Orcel kommt seinem Ziel, die Marke von 30 Prozent zu überschreiten, zwar näher. Ob daraus am Ende aber tatsächlich eine erfolgreiche Übernahme wird, bleibt offen. Für investierte Anleger besteht somit weiter kein Handlungsbedarf. Neueinsteiger können überlegen, ob sie mit ein paar Papieren noch auf die Übernahme zu einem höheren Preis setzen.
FAQs zur Commerzbank:
Was macht die Commerzbank?
Die Commerzbank ist eine der führenden Banken in Deutschland. Sie betreut Privatkunden, Firmenkunden und institutionelle Investoren. Nach der Deutschen Bank ist die Commerzbank die zweitgrößte börsengelistete Bank Deutschlands.
Ist die Commerzbank-Aktie im DAX gelistet?
Ja, die Commerzbank-Aktie ist im DAX gelistet und zählt damit zu den wichtigsten börsennotierten Unternehmen in Deutschland.
Zahlt die Commerzbank eine Dividende?
Ja, die Commerzbank zahlt grundsätzlich eine Dividende. Sie Höhe hängt von der Geschäftsentwicklung, der Kapitalausstattung und den Beschlüssen von Vorstand, Aufsichtsrat und Hauptversammlung ab. In den vergangenen Jahren wurde sie mehrfach kräftig erhöht.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Commerzbank.
Heute, 13:19