20.05.2020 Jochen Kauper

BYD: Goldene Zeiten für den Elektroauto-Hersteller?

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BYD

BYD betritt Neuland. Das Modell Tang EV600 soll noch in diesem Jahr erstmals in Europa verkauft werden. Folgen wird der neue Elektroflitzer Han. Die Aktie ist eine Spekulation wert.

BYD könnte mit seinen neuen Elektroautos in eine neue Liga aufsteigen. Der Marktstart für Europa soll noch in diesem Jahr erfolgen. BYD hat sich dafür entschieden, sein Elektro-SUV Tang EV600 zuerst in Norwegen auf die Straßen zu schicken. Norwegen soll dabei als eine Art Testmarkt für Europa sein.

Norwegen ist gemessen an der Zahl der Einwohner der am weitesten entwickelte Markt für Elektroautos in Europa. Schon frühzeitig kurbelte der Staat mit üppigen Förderungen das Thema E-Mobility an. Gelingt der Marktstart von BYD in Norwegen, sollen weitere Märkte und Modelle folgen. Geplant ist bereits der Verkaufsstart der Elektro-Limousine Han. BYD hat den Monat Juni für den Verkauf in China anvisiert. Europa steht ebenfalls auf der to-do-Liste für das Modell Han. Ein genaues Datum steht allerdings noch nicht fest,

Anzahl der Neuzulassungen von Elektroautos in ausgewählten Ländern in Europa im Jahr 2019
statista

Ein Hingucker ist das Elektroauto Han auf jeden Fall. Kein Wunder: Entwickelt wurde das Auto unter anderem von Wolfgang Egger. Egger ist der ehemalige Chefdesigner von Audi und seit 2016 für BYD tätig.

Konkurrent für das Model S von Tesla?

Der Verkaufspreis des Han soll zwischen 45.000 bis 55.000 Euro liegen. Ein stolzer Preis. Jedoch: die Leistungsdaten klingen vielversprechend: die Reichweite des Han gibt BYD mit 605 Kilometern an, der Sprint von 0 auf 100 km/h soll in nur 3,9 Sekunden gelingen. Mit an Bord des Han ist der so genannte „DiPilot“, ein selbstlernender autonomer Fahrassistenten. Der Han könnte also durchaus ein Konkurrent für das Tesla Model S werden.

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Kein Wunder, dass die BYD-Aktie am Dienstag von der Credit Suisse eine Kaufempfehlung bekam. Analyst Bin Wang sieht Potenzial bis 60 Honkong-Dollar.

BYD (WKN: A0M4W9)

BYD hat einige Trümpfe in der Hand: Zum Beispiel hat der chinesische Elektroautobauer eine eigene Batterieproduktion. Im Vergleich zu vielen anderen Autobauern ist BYD also nicht auf die mächtigen Hersteller von Batteriezellern wie CATL, Samsung SDI und LG Chem angewiesen. Dazu kommt die Fertigung von Elektrobussen sowie das Monorail-Geschäft.

An der BYD-Story hat sich auf lange Sicht nichts geändert. BYD verfügt mit Designer Wolfgang Egger (Ex-Audi) über einen hervorragenden Mann, der BYD in eine neue Liga führen könnte. Langer Atem ist gefragt.

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