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18.02.2020 Marion Schlegel

Bayer: "Teil eines Massenverfahrens"

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Bayer

Nachdem am Montag die Nachricht über ein millionenschweres Schadenersatzurteil in den USA die Aktie von Bayer noch deutlich unter Druck gebracht hatte (minus 1,9 Prozent), konnte sich das Papier am heutigen Dienstag bereits wieder stabilisieren. Am Nachmittag notiert die Aktie nahezu unverändert im Vergleich zum Vortag bei 75,80 Euro.

Eine US-Jury hat den Agrarchemie- und Pharmakonzern Bayer sowie den Chemiekonzern BASF im Rechtsstreit um den Unkrautvernichter Dicamba zu einem millionenschweren Schadenersatz verurteilt. Insgesamt sollen die beiden Unternehmen dem Pfirsichbauern Bill Bader aus Missouri 265 Millionen US-Dollar zahlen. Dies teilt sich in 15 Millionen Schadenersatz sowie zusätzlich 250 Millionen Dollar Strafschadenersatz auf. Die Entscheidung der Jury fiel am Samstag.

Bader beschuldigt Bayer und BASF, dass er durch den Einsatz von Dicamba auf benachbarten Feldern Ernteverluste erlitten habe, da Teile des Unkrautvernichters auf seine Plantagen geweht worden sein sollen. Dicamba wurde von Monsanto entwickelt, der US-Konzern sieht sich wegen des Mittels seit 2015 Klagen ausgesetzt; Bayer hatte Monsanto 2018 übernommen. Die Leverkusener sehen sich bereits wegen angeblicher Krebsrisiken von Monsantos Unkrautvernichter Glyphosat tausenden Klagen in den USA ausgesetzt. BASF nutzt ein eigenes auf Dicamba basierendes Produkt, um gentechnisch veränderte Pflanzen zu behandeln.

Bayer (WKN: BAY001)

"Der Missouri-Fall ist der erste, der als Teil eines Massenverfahrens gegen Bayer/BASF wegen Verwehungsschäden geführt wurde", kommentierte Analyst Jonas Oxgaard von Bernstein Research. Und da BASF und Bayer zu den Hauptproduzenten von Dicamba zählten, könnten weitere erhebliche Strafzahlungen auf sie zukommen. Wie es zuletzt hieß, sind derzeit 140 Klagefälle bekannt. Etwaige Strafzahlungen dürften zu zwei Dritteln von BASF und zu einem Drittel von Bayer getragen werden, erwartet der Commerzbank-Analyst Daniel Wendorff.

Weiter im Fokus steht ein möglicher Vergleich in der Causa Glyphosat. Hier darf man gespannt sein, wann es entsprechende News gibt. Nächste Woche – am 27. Februar – legt Bayer zudem die Zahlen für das vergangene Geschäftsjahr vor. Ein Stopp bei 60 Euro sichert die Position nach unten ab.

Hinweis auf mögliche Interessenkonflikte: Der Vorstandsvorsitzende und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren: BASF.

(Mit Material von dpa-AFX)

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