Apple baut seine Lieferkette in den USA massiv aus. Neue Partner, Milliarden-Investitionen und politische Signalwirkung treffen auf eine Aktie ohne Schwung. Der iPhone-Konzern reagiert auf Druck aus Washington – doch reicht das für neue Kursfantasie?
Apple tritt auf der Stelle. Die Aktie notiert aktuell bei rund 252 Dollar, seit sechs Monaten läuft sie seitwärts. In genau diese Phase fällt nun eine strategisch wichtige Entscheidung mit politischem Gewicht.
400 Millionen Wette auf die USA
Der iPhone-Konzern investiert bis 2030 rund 400 Millionen Dollar in neue Fertigungsprogramme in den USA. Partner sind Bosch, Cirrus Logic, TDK und Qnity Electronics. Ziel ist es, zentrale Komponenten künftig stärker im Inland zu produzieren. Das Programm ist Teil der bereits bekannten Initiative über 600 Milliarden Dollar für US-Produktion und Innovation.
TDK, ein japanischer Elektronikkonzern und langjähriger Apple-Zulieferer, wird erstmals Sensoren für Apple-Geräte in den USA fertigen. Diese Bauteile stecken unter anderem in der Kamerastabilisierung des iPhone. Cirrus Logic entwickelt gemeinsam mit GlobalFoundries Chips für Face ID. Bosch produziert Sensor-Chips, die etwa bei Crash Detection zum Einsatz kommen. Gefertigt wird unter anderem in Werken von TSMC in Arizona und GlobalFoundries in New York.
Made in USA
Apple erhöht damit den Anteil heimischer Chips deutlich. Bereits jetzt stammen laut Unternehmen mehr als 20 Milliarden Chips aus US-Fabriken. Für 2026 plant Apple den Bezug von über 100 Millionen Chips allein aus der TSMC-Fabrik in Arizona.
Der Schritt passt zur politischen Linie in Washington. Präsident Donald Trump treibt seit seiner Wiederwahl den Ausbau der Industrie im eigenen Land voran. Zölle, Förderprogramme und klare Vorgaben für Tech-Konzerne erhöhen den Druck, Produktion in die USA zu verlagern. Apple positioniert sich entsprechend frühzeitig.
Hinzu kommt die Kostenseite. Apple hat seit Einführung der US-Zölle rund 3,3 Milliarden Dollar an Zusatzkosten getragen. Der Ausbau der heimischen Produktion kann diese Belastung künftig zumindest teilweise abfedern.
Operativ bleibt das Umfeld angespannt. Steigende Speicherpreise drücken die Margen in der Branche. Laut Gartner stiegen die Preise zuletzt um 60 Prozent, weitere Anstiege sind möglich. Gleichzeitig droht der Absatzmarkt zu schwächeln.
Charttechnisch fehlt weiter der Schwung. Die Aktie läuft seit Monaten seitwärts und ist zuletzt wieder unter den GD50 gerutscht. Der GD200 hält bislang. Erst ein Sprung über 260 Dollar würde das Bild deutlich aufhellen.
Apple stärkt seine Lieferkette und reagiert auf politischen Druck. Kurzfristig fehlt der Aktie jedoch der Impuls. Solange kein Ausbruch über zentrale Widerstände gelingt, bleibt DER AKTIONÄR an der Seitenlinie.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Apple.
Heute, 14:46