FRANKFURT (dpa-AFX) - Versorgerwerte haben in Europa am Donnerstag einen schweren Stand. Der Branchenindex Stoxx Europe 600 Utlities , der am Dienstag knapp unter seinem Rekord aus dem Jahr 2008 abgedreht war, gab nun deutlicher nach; und zwar um 1,6 Prozent. Dies lag zum einen am enttäuschenden Bericht des britischen Versorgers Centrica als auch der Intervention Italiens bei den Strompreisen.
Die Aktien von Centrica knickten in London zeitweise um fast 10 Prozent ein, nachdem ein massiver Gewinnrückgang von 40 Prozent für das Vorjahr gemeldet worden war. Das Unternehmen machte gesunkene Erdgaspreise und den wegen der geopolitischen Risiken kaum kalkulierbaren Markt verantwortlich. Das laufende Aktienrückkaufprogramm wurde ausgesetzt, um sich auf Investitionen in Infrastruktur zu konzentrieren.
Daneben standen gerade die Aktien italienischer Versorger unter Druck. Enel sackten um bis zu 4 Prozent ab. Das Energiedekret der italienischen Regierung sei eine massive Intervention, die seine Ergebnisprognose für 2027 um 7 Prozent drücken werde, schrieb Alberto Gandolfi von Goldman Sachs. Verantwortlich sei zum einen die Neuordnung der Strompreisfindung, durch die die Weitergabe von Emissions- und Transportkosten nicht mehr möglich sei. Zudem würden die Unternehmenssteuern erhöht - gerade für Versorger.
Auch die zuletzt erholten Aktien von RWE legten im Dax wieder etwas den Rückwärtsgang ein./ag/mis
Quelle: dpa-AFX