Der deutsche Biosimilar-Entwickler Formycon musste zuletzt erneut den Bilanzansatz für FYB202 anpassen. Zudem kündigte die Gesellschaft an, die Veröffentlichung des Geschäftsberichts zu verschieben (siehe: "Patentstreit mit Bayer beendet: Formycon dennoch im Wechselbad der Gefühle"). Im Interview mit dem AKTIONÄR erklärt Firmenlenker Dr. Stefan Glombitza, warum die Anpassungen vorgenommen werden mussten und ob weitere Abschreibungen drohen.
DER AKTIONÄR: Herr Glombitza, das Bewertungsmodell und der Bilanzansatz für FYB202 müssen angepasst werden. Was sind die Gründe dafür?
Dr. Stefan Glombitza: Unser Stelara-Biosimilar FYB202 ist erst seit rund einem Jahr im Markt und befindet sich damit noch in einer frühen Phase der Kommerzialisierung. Operativ hat sich das Produkt im vierten Quartal 2025 gut entwickelt: Die Lizenzerlöse aus den Produktumsätzen sind deutlich gestiegen, unter anderem getragen durch die exklusive US Distributionsvereinbarung zwischen Fresenius Kabi und CivicaScript.
Gleichzeitig zeigt sich, dass die Geschwindigkeit der Markterschließung in einigen wichtigen Märkten bislang erst schrittweise und zurückhaltender verläuft als ursprünglich angenommen. Bereits im Vorfeld des US Markteintritts hat sich zudem ein äußerst kompetitives Umfeld mit spürbar erhöhtem Preisdruck für Biosimilars abgezeichnet. Hinzu kommt, dass die einflussreichen Pharmacy Benefit Manager (PBM) in den USA weiterhin überwiegend das höherpreisige Referenzprodukt bevorzugen, wodurch sich der Marktzugang für Biosimilars aktuell nur graduell öffnet und noch nicht sein volles Potenzial entfaltet.
Heute, 08:05