06.09.2019 Michel Doepke

Dividendenperlen Roche und Novartis mit Top-News: Welche Aktie ist günstiger?

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Novartis
Trendthema

Zum Ende der Handelswoche können die beiden Pharma-Schwergewichte Roche und Novartis mit erfreulichen Neuigkeiten aufwarten. Während Roche eine EU-Zulassung für den großen Hoffnungsträger Tecentriq erhalten hat, kann sich Novartis in den USA auf ein beschleunigtes Zulassungsverfahren für den Wirkstoff Capmatinib einstellen.

Der Pharmakonzern Novartis hat von der amerikanischen Gesundheitsbehörde FDA den "Breakthrough"-Status für das Krebsmittel Capmatinib erhalten. Dabei gehe es um die Behandlung von Patienten mit fortgeschrittenem, nicht-kleinzelligem Lungenkrebs mit einer bestimmten Mutation (MET-Exon-14-Skipping), teilte das Unternehmen mit. Mit der "Breakthrough Therapy Designation" sichert die FDA einem Arzneimittel ein beschleunigtes Zulassungsverfahren zu. Novartis will den US-Zulassungsantrag für Capmatinib voraussichtlich im vierten Quartal 2019 einreichen.

Incyte mit im Boot

Capmatinib wurde vor rund zehn Jahren von Incyte an Novartis auslizenziert. Im letzten Jahr hat DER AKTIONÄR im Rahmen des ESMO-Meetings 2018 in München bereits auf das Potenzial des Krebswirkstoffes hingewiesen: "Im Fokus in München: Der Krebswirkstoff Capmatinib. DER AKTIONÄR war live vor Ort, als die Daten präsentiert wurden. Bekommt Incyte und der Partner Novartis die Toxizität in den Griff, könnte der Wirkstoff eine neue Therapie-Option für bestimmte Lungenkrebs-Patienten werden."

Nächste Zulassung für Roche

Die EU-Kommission hat den Krebswirkstoff Tecentriq des Schweizer Pharmakonzerns Roche für die Behandlung von zwei Lungenkrebsformen zugelassen. Das Mittel dürfte nun zur Erstbehandlung von Patienten mit einem nicht-kleinzelligen Lungenkarzinom eingesetzt werden, wie Roche am Freitag in Basel mitteilte. Zudem sei Tecentriq in Kombination mit Chemotherapie zur Erstbehandlung einer bestimmten Form von großflächigem, kleinzelligem Lungenkrebs (ES-SCLC) zugelassen worden. Tecentriq kann in den USA und der EU bereits zur Behandlung bestimmter Lungen-, Blasen- und Brustkrebsformen eingesetzt werden.

Gemessen am Kurs-Gewinn-Verhältnis für das kommende Jahr ist Roche mit einem Wert von 14 günstiger als Novartis mit 16. Bei beiden Aktien beträgt die Dividendenrendite aktuell 3,2 Prozent. DER AKTIONÄR bleibt bei seiner Einschätzung für die zur Zeit eingeschränkt handelbaren Pharma-Titel: Beide defensiven Aktien gehören ins Langfrist-Depot!