Volkswagen zieht in Sachen Sparkurs weiter an: Der Konzern will seine Volumenmarken umbauen und verstärkt Synergieeffekte erzielen. Gleichzeitig schlagen sich bisher ergriffene Maßnahmen in ersten Zahlen wieder – so überraschen die Wolfsburger mit einem deutlich besser als erwarteten Finanzmittelzufluss in der Autosparte.
Konkret erzielte die Autosparte 2025 einen freien Finanzmittelzufluss von rund 6 Milliarden Euro. Das sind etwa eine Milliarde Euro mehr als im Jahr zuvor und liegt zudem deutlich über der eigenen Prognose, die bei plus minus null lag. Die Nettoliquidität stieg damit von 31 auf 34 Milliarden Euro. Der Konzern führt den Erfolg auf eine geringere Mittelbindung im Betriebskapital sowie niedrigere Investitionen in Sachanlagen und Forschung und Entwicklung als ursprünglich geplant zurück.
Parallel treibt der Konzern den Umbau seiner Volumenmarken voran. In der Brand Group Core, zu der Volkswagen Pkw, Skoda, Seat Cupra und Volkswagen Nutzfahrzeuge gehören, wird ein neues markenübergreifendes Steuerungsmodell eingeführt. Zentrale Funktionen wie Produktion, Technische Entwicklung und Beschaffung werden künftig in einem gemeinsamen Markengruppenvorstand gebündelt. Die Zahl der Vorstandsmitglieder sinkt bis zum Sommer um rund ein Drittel.
Ein Schwerpunkt der Maßnahme liegt auf der Produktion. Bis 2030 rechnet Volkswagen hier mit einem kumulierten Einsparpotenzial von einer Milliarde Euro. Mehr als 20 Werke werden in fünf Regionen organisiert, Verantwortlichkeiten markenübergreifend zusammengefasst. „Die neue Governance reduziert Kosten und Strukturen – und erhöht gleichzeitig unser Effizienzniveau“, sagte Thomas Schäfer, Vorstand der Marke Volkswagen Pkw und Leiter der Brand Group Core, am Mittwoch.
Der Umbau ist ein Teil des Sparprogramms der Kernmarke. In Deutschland sollen bis 2030 insgesamt 35.000 Stellen sozialverträglich entfallen. Zusammen mit dem verbesserten Finanzmittelzufluss unterstreichen die Maßnahmen, wie konsequent Volkswagen derzeit an Liquidität, Kosten und Strukturen arbeitet.
Der höhere Mittelzufluss verschafft Volkswagen in einer Phase finanziellen Spielraum und gibt dem laufenden Effizienzkurs der Kernmarke recht. Die Zusammenlegung bei den Kernmarken ergibt ebenfalls Sinn und dürfte weitere Einsparungen bringen. Vor allem der Finanzmittelzufluss liefert der Aktie am Mittwoch Rückenwind. Die Aktie legt infolge der Nachricht im nachbörslichen Handel rund zweieinhalb zu.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Volkswagen Vz..
Heute, 20:20