Gleich zwei neue Kaufempfehlungen gab es in den letzten Tagen für die Aktie von Volkswagen. Sowohl die Bank of America als auch die Citigroup sehen für das Papier des Autoherstellers Potenzial nach oben.
Horst Schneider von der Bank of America bewertete die Autokonzerne gemäß dem Durchschnittsalter ihrer Fahrzeugmodelle sowie dem Umsatzanteil neuer Modelle in den Jahren 2026 und 2027. Er suchte damit nach Gewinnern und Verlierern im Modellzyklus. VW beziehungsweise Audi winke 2026 das stärkste Jahr, BMW sei in einer Übergangsphase. Mercedes werde im Elektro-Bereich stärker und Stellantis in den USA. Dafür zeichne sich für letztere in Europa Schwäche ab. Der Auto-Analyst erneuerte in seiner Branchenstudie seine Kaufempfehlung für die VW-Aktie: Kursziel 115 Euro.
Etwas skeptischer äußerte sich am Freitag Harald Hendrikse von der Citigroup. Hendrikse kappte seine Absatzerwartungen für Europas Autohersteller und rechnet nun mit einem leichten Rückgang. Er verwies auf die schwierigere Verbraucherstimmung und anhaltend hohe Autopreise. Er reduzierte zudem seine Margenprognosen. Seine Prognosen für den Marktanteil in China sind allerdings optimistischer geworden. Aufgrund dessen sieht Hendrikes auch Potenzial für die VW-Aktie. Er reduzierte zwar sein Kursziel für das Papier um fünf auf 115 Euro. Blieb allerdings bei seiner Kaufempfehlung.
DER AKTIONÄR bleibt bei Volkswagen vorsichtig. Der Auto-Hersteller konnte in den letzten Monaten im wichtigsten Automarkt der Welt China keine Akzente setzen. Die Abätze sind im Sinkflug, die Milliardengewinne schmelzen dahin. Wie und ob der VW-Konzern die Kehrtwende in China schaffen will, bleibt fraglich. Die ID-Modelle kommen bei den Konsumenten nicht an. Zu wenig innovativ, zu wenig Infotainment, mangelhafte Software. Das wird sich wohl so schnell auch nicht ändern. Die neuen Modelle die speziell für den chinesischen Markt aufgebaut wurden – wie etwa der ID.Unyx 06 der bereits verfügbar ist oder der ID.Unyx 07 der im Lauf des Jahres ausgerollt wird - sind nett, aber nicht unbedingt ein Hingucker, keine Gamechanger. Ob die Probleme in China zusammen mit den Partnern Xpeng und Momenta ausgeräumt werden könne, bleibt fraglich. Volkswagen ist in China weit von Perfektion und einer Aufholjagd entfernt.
Volkswagen muss Tempo machen. Produktseitig kann VW derzeit nicht unbedingt glänzen. Die Konkurrenz in China ist nahezu auf und davon. Aktuell ist es (noch) zu wenig was Volkswagen präsentiert, um die Aktie zum Kauf zu empfehlen. Rein technisch betrachtet hat sich das Bild mit dem Sprung sowohl über die 50-Tage, als auch über die 200-Tage-Linie allerdings wieder verbessert.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Volkswagen Vz..
Enthält Material von dpa-AFX
Heute, 11:45