Die Aktie des Biosprit-Herstellers Verbio hat sich in dieser Woche eindrucksvoll zurückgemeldet. Nach rund 33 Euro im Tief sind Anleger inzwischen wieder bereit, gut 40 Euro pro Papier zu bezahlen. Ausschlaggebend dafür waren starke Zahlen zum dritten Quartal des Fiskaljahres 2025/26 (DER AKTIONÄR berichtete). Darüber hinaus gibt es auch positive Impulse von der Politik.
Denn das Kabinett hat die Heizungsreform beschlossen. Neben der Wärmepumpe, einem Fernwärmeanschluss, hybriden Heizungsmodellen und einer Biomasseheizung sollen weiterhin auch neue Gas- und Ölheizungen eingebaut werden können - Voraussetzung ist, dass diese ab 1. Januar 2029 einen zunehmenden Anteil CO2-neutraler Brennstoffe wie Biomethan nutzen. Dies soll den Übergang zum klimafreundlichen Heizen ebnen.
Als Instrument wird hierfür eine "Bio-Treppe" eingeführt. Ab Januar 2029 sollen mindestens zehn Prozent klimafreundliche Brennstoffe genutzt werden, ab Januar 2030 mindestens 15 Prozent, ab Januar 2035 mindestens 30 Prozent und ab Januar 2040 mindestens 60 Prozent.
Für bestehende Heizungen soll von 2028 an eine "Grüngasquote" eingeführt werden. Diese soll 2028 in Höhe von bis zu einem Prozent starten. Eine Regelung, wonach bisher ab 2045 Heizkessel nicht mehr mit fossilen Brennstoffen betrieben werden dürfen, entfällt.
"In Deutschland sehen wir aktuell eine positive Entwicklung, etwa durch mehr Offenheit gegenüber Biomasse in der Wärmewende. Im Heizungsmarkt entstehen neue Optionen", so Verbio-Chef Claus Sauter bereits im März im AKTIONÄR-Interview. Biomasse werde wieder als echte Lösung wahrgenommen.
Neben der sich weiter verbessernden fundamentalen Entwicklung erfährt Verbio nun auch auf nationaler Ebene politischen Rückenwind. Zusätzliche Impulse sollten mittel- bis langfristig auch die internationalen Märkte (USA/Indien) liefern. Das Papier bleibt ein attraktives Investment für Anleger mit Weitblick. Schwache Tage bleiben Kauftage.
Enthält Material von dpa-AFX
Heute, 08:33