Aufatmen an den Weltbörsen. US-Präsident Donald Trump hat eine Waffenruhe mit dem Iran erreicht, was die Öffnung der Straße von Hormus ermöglicht. Durch die mehrwöchige Blockade sind die Kurse von den Biosprit-Herstellern Neste und Verbio deutlich gestiegen. Kein Wunder, dass die Papiere am heutigen Mittwoch zu den größten Verlierern zählen.
Sowohl für die Anteile von Verbio als auch der finnischen Neste geht es im frühen Handel prozentual zweistellig nach unten. Anleger wittern eine Normalisierung der Spritpreise, was die Nachfrage nach den Produkten der Unternehmen schmälern und die Margen belasten könnte.
Nach Ansicht des AKTIONÄR eine Momentaufnahme. Denn die mittel- bis langfristigen Aussichten für die Biosprit-Hersteller sind gut. Insbesondere für Verbio haben sich zuletzt die politischen Rahmenbedingungen in Deutschland verbessert.
"In Deutschland sehen wir aktuell eine positive Entwicklung, etwa durch mehr Offenheit gegenüber Biomasse in der Wärmewende. Im Heizungsmarkt entstehen neue Optionen. Biomasse wird wieder als echte Lösung wahrgenommen. Und das nach Jahren, in denen alles auf Elektrifizierung ausgerichtet war", so Verbio-Chef Claus Sauter vor kurzem im Gespräch mit dem AKTIONÄR.
Und Neste? Die Finnen sind vor allem für die Produktion von nachhaltigem Flugzeugtreibstoff bekannt, kurz SAF. Das Unternehmen hat zuletzt ebenfalls von steigenden Marktpreisen profitieren können.
Anleger nutzen die Waffenruhe in einer ersten Reaktion für Gewinnmitnahmen bei den beiden Aktien. Grundsätzlich dürfte die geopolitische Lage aber im Nahen Osten einmal mehr die enorme Abhängigkeit von der Region vielen Marktteilnehmern und Politikern vor Augen geführt haben. Mittel- bis langfristig dürften Verbio und Neste von der Regulatorik und der dadurch auch wachsenden Nachfrage nach erneuerbaren Alternativen wachsen. Mutige Anleger kaufen den Dip und sichern die Position mit einem Stopp bei Verbio (28,50 Euro) und Neste (19,50 Euro).
Heute, 08:58