++ 5 Rebound-Aktien – Verlierer werden zu Gewinnern ++

Verbio‑Chef Claus Sauter: "Wir denken nicht in Quartalen, sondern in Generationen"

Verbio‑Chef Claus Sauter:
Foto: Verbio
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Michel Doepke Heute, 08:05 Michel Doepke

In zwölf Monaten mehr als verfünffacht: Das Comeback der Aktie des Biosprit-Herstellers Verbio hat zuletzt an Dynamik gewonnen. Im Gespräch mit dem AKTIONÄR verrät Firmenlenker Claus Sauter, wie die jüngsten Preisentwicklungen einzuordnen sind – und welchen Einfluss veränderte politische Rahmenbedingungen haben.

DER AKTIONÄR: Herr Sauter, aktuell sorgen stark schwankende Kraftstoffpreise für Diskussionen. Warum kann Verbio seine Preise dennoch stabil halten – und welche strategische Rolle spielt das?

Claus Sauter: Unsere Rohstoffe müssen nicht durch die Straße von Hormus. Deshalb hat sich unsere Kostenbasis nicht verändert. Entscheidend ist aber unsere Strategie. Wir wollen Vertrauen zurückgewinnen. Viele Spediteure haben nach dem Ukraine-Krieg extreme Preisschocks erlebt – Gaspreise von bis zu 300 Euro pro Megawattstunde. Dieses Trauma sitzt immer noch tief. Würden wir jetzt die Preise erhöhen, würden wir die Chance verspielen, den Markt zurückzugewinnen. Es geht uns nicht um kurzfristige Margen, sondern darum zu zeigen: Biomethan ist dauerhaft stabil, günstig und verlässlich. Nur so bewegen wir Spediteure dazu, vom Diesel umzusteigen.

Der Vorstandsvorsitzender der Firma Verbio, Claus_Sauter, stehend vor dem Firmenschriftzug
Quelle: Verbio
Verbio-Chef Claus Sauter blickt optimistisch in die Zukunft.

Welche Auswirkungen hat die aktuelle Energie- und geopolitische Lage auf Ihr Geschäft und den Transportsektor insgesamt?

Die Krise zeigt brutal, wie abhängig der Transportsektor von fossilen Energien ist. Jeder Diesel-Lkw ist abhängig – und kann sich nun kurzfristig nicht anpassen. Genau hier liegt unsere Chance. Biomethan als CNG oder LNG ist die einzige realistische Möglichkeit, diese Abhängigkeit zu reduzieren. Gleichzeitig sehen wir strukturelle Nachteile in Deutschland, etwa weil es keine eigene Mineralölgesellschaft gibt, die politisch gesteuert werden kann. Das ist in Ländern wie Polen, Italien oder Frankreich ganz anders. Das sieht man an den Tankstellen. Da kann die Bundesregierung in Berlin machen, was sie will. Und trotzdem erwartet Verbio einen positiven Effekt. Wer heute auf Gas setzt, profitiert wieder. Wichtig ist, jetzt Stabilität zu demonstrieren – dann bleibt die Nachfrage auch langfristig. Am Ende des Tages setzt sich die kostengünstigste Lösung durch. 

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