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Foto: Tesla
21.07.2021 Fabian Strebin

Tesla könnte Ladesäulen für alle öffnen – ein Fehler?

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Tesla

Elon Musk, CEO von Tesla, kann sich vorstellen das landesweite Ladenetzwerk des Konzerns für andere Elektrofahrzeuge zu öffnen. Oberflächlich betrachtet mag das so aussehen, als würde Tesla seinen Konkurrenten aus dem Bereich E-Mobilität aushelfen. Bei näherer Betrachtung handelt es sich jedoch um einen weiteren klugen Schachzug von Musk.

Tesla verfügt über ein globales Ladenetzwerk mit mehr als 25.000 Ladestationen. Das Unternehmen hat seine Infrastruktur aufgebaut, weil es im Wesentlichen das erste größere Unternehmen war, das E-Autos verkaufte. Wenn Tesla die Infrastruktur nicht teilweise gebaut hätte, wären viele Käufer der Elektro-Flitzer wohl fern geblieben.

Die Öffnung des Netzwerks für andere Elektrofahrzeuge mag seltsam erscheinen. Aber es gibt mehrere klare Vorteile für Tesla. "Es ist brillant," sagt Gary Black zu Barron's. Black, ein ehemaliger Wall Street Analyst und Manager, hat eine Twitter Fangemeinde von mehr als 80.000 Menschen, die auf seine Meinungen zu verschiedenen Aktien, einschließlich Tesla, hören. Black besitzt Tesla-Aktien.

Bullen finden Idee gut

"Uns gefällt der Schritt", fügt Wedbush-Analyst Dan Ives hinzu. Er ist, wie Black, ein Tesla-Bulle. Ives stuft die Aktie mit "Buy" ein und hat ein Kursziel von 1.000 Dollar für die Aktie. "Während einige dies als Einstieg der Konkurrenz in Teslas Supercharger-Graben sehen werden, sind wir anderer Meinung, da Musk den Wald vor lauter Bäumen nicht sieht, wenn es um die Akzeptanz von Elektrofahrzeugen geht."

E-Autos immer noch unterrepräsentiert

Es gibt natürlich eine Menge Wettbewerb zwischen den EV-Herstellern, aber sie stehen noch immer für weniger als fünf Prozent aller in den USA verkauften Neuwagen. Der größere Wettbewerb für Musk und seine E-Auto-Industrie ist immer noch zwischen EVs (E-Autos) und benzinbetriebenen Autos.

Ein weiterer Grund, warum es eine gute Idee sein könnte: Tesla wird eine Menge Geld mit der Entscheidung verdienen, sein Netzwerk zu öffnen. Das Aufladen wird nicht kostenlos sein, und sich zu weigern, andere EVs aufladen zu lassen, wäre ein wenig wie eine Tankstelle, die nur Fahrzeuge von Ford Motor auftankt. Es macht keinen Sinn. Die Verfügbarkeit von Ladestationen wird einfach kein Wettbewerbsvorteil für irgendein Unternehmen in den kommenden EV-Kriegen sein. Ladestationen werden irgendwann so allgegenwärtig sein wie Tankstellen an jeder Ecke der Stadt.

Nicht überbewerten

Wie viel Geld Tesla damit verdienen kann, steht allerdings zur Debatte. Tesla reagierte nicht sofort auf eine Anfrage nach einem Kommentar über mögliche Preise. Die Investoren ihrerseits scheinen die Ankündigung am Mittwochmorgen abzubürsten. Das ist wahrscheinlich die richtige Reaktion auf eine Ankündigung, die sicher eher am Rande von Bedeutung sein wird. Das nächste große Ereignis für Investoren, das die Aktie deutlich bewegen könnte, ist das Ergebnis für das Q2, das am 26. Juli nach Börsenschluss veröffentlicht wird.

Tesla (WKN: A1CX3T)

Was die Aktie angeht, so wurde zuletzt die 100-Tage-Linie bei 656 Dollar unterschritten. Damit notiert das Papier nur noch knapp über der 50- sowie der 200-Tage-Linie, die bei 627 beziehungsweise 637 Dollar verlaufen. Fallen auch diese Marken, bekommt die Aktie erst wieder Support bei 597 Dollar. Im Anschluss wartet bei 566 Dollar eine horizontale Unterstützung.

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