Kommt jetzt der Crash? Im Zweifel: Kaufen
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02.09.2020 DER AKTIONÄR

Tesla: Ist die Rekordjagd vorbei?

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Tesla

Ist die Euphorie vorbei? Die Ankündigung des Aktiensplits war ein weiterer Katalysator für die Kursentwicklung der Tesla-Aktie. Nachdem der Split vollzogen wurde, tauchte das Papier des Elektroauto-Herstellers ab. Ist die Rallye vorerst beendet?

Tesla sicherte sich nach der Rekordrallye die Möglichkeit, über die Ausgabe von Aktien weitere Milliarden Dollar von Anlegern einzusammeln. Im Rahmen eines sogenannten Equity Distribution Agreement mit verschiedenen Banken können Aktien für bis zu fünf Milliarden US-Dollar (4,2 Milliarden Euro) ausgegeben werden. Für Tesla ist es fast wie eine Art Geldautomat.

Wann und mit welchem Volumen jeweils Aktien verkauft werden sollen, teilte Tesla nicht mit. Der E-Auto-Pionier hatte in den vergangenen Jahren für die Entwicklung seiner Autos und dem Aufbau neuer Fertigungsanlagen immer wieder durch klassische Kapitalerhöhung Geld eingesammelt.

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Nach der Ankündigung der Kapitalmaßnahmen hat Goldman Sachs die Einstufung für Tesla auf "Neutral" belassen. Das Kursziel lautet 295 Dollar.

Analyst Mark Delaney zeigte sich in einer am Dienstag vorliegenden Studie etwas überrascht vom Zeitpunkt einer solchen Maßnahme.

"Wer der Meinung ist, dass Tesla mehr wert ist als BMW, Daimler, Volkswagen, PSA, Renault, FIAT Chrysler, Ford, GM, Mazda, Mitsubishi, Nissan, Subaru und Suzuki zusammen, der soll die Aktie halten oder gar kaufen."

Frank Schwope NordLB

Weitaus vorsichtiger ist NordLB-Analyst Frank Schwope. "Wer der Meinung ist, dass Tesla mehr wert ist als BMW, Daimler, Volkswagen, PSA, Renault, FIAT Chrysler, Ford, GM, Mazda, Mitsubishi, Nissan, Subaru und Suzuki zusammen, der soll die Aktie halten oder gar kaufen", schrieb Schwope in einer Studie. Er hält die Aktie für überbewertet.

Tesla (WKN: A1CX3T)

Gut möglich, dass die gute Stimmung unter den Investoren noch bis zum "Battery Day" am 22. September anhalten wird. „Da ist sehr viel vorstellbar. Ich kann mir gut vorstellen, dass Li-Eisensulfat als Kathodenmaterial genommen wird, mit neuen Packageing Methoden á la BYD die Reichweite, Kosten und Lebensdauer damit simultan deutlich verbessert werden“, sagt Auto-Experte Ferdinand Dudenhöffer gegenüber dem AKTIONÄR.

Fakt ist: Die Tesla-Aktie glänzte zuletzt mit einer beeindruckenden Relativen Stärke. Auch wenn Tesla in puncto autonomes Fahren, Batteriespeicher, Software et cetera der Konkurrenz um Jahre voraus ist, scheint ein Börsenwert von 447 Milliarden Dollar derzeit überzogen. Das Risiko eines starken Rücksetzers steigt mit jedem Tag. Anleger sollten nur noch eine Restposition halten.


(Mit Material von dpa-AFX).

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