Während der breite Markt von der Hoffnung auf eine Entspannung im Nahen Osten profitiert, geben die Aktien aus dem Bereich der grünen Energien wegen sinkende Ölpreise nach. Der Turbinenbauer Nordex verliert ebenfalls rund fünf Prozent an Boden und kann auch von starken Zahlen des Wettbewerbers Vestas nicht profitieren.
Vestas selbst notiert am Mittwoch quasi unverändert. Dabei hat der Konzern im ersten Quartal stark abgeschnitten. Der Umsatz stieg im Vergleich zum Vorjahr um 14 Prozent auf knapp vier Milliarden Euro, das EBIT vervielfachte sich von 14 auf 127 Millionen Euro. Unter dem Strich blieb mit 70 Millionen Euro Gewinn ebenfalls deutlich mehr hängen: Analysten hatten bei den Kennzahlen deutlich weniger auf dem Zettel.
Zudem bleibt die Auftragslage robust. Das Neugeschäft stieg um 44 Prozent auf 4,5 Gigawatt, der Auftragsbestand ohne Servicegeschäft liegt bei 36,3 Milliarden Euro. Zudem hat Vestas die Prognose für das Gesamtjahr bestätigt.
Der Trend bei den Windkonzernen zeigt damit in die richtige Richtung. Der Iran-Krieg und die steigenden Energiepreise sorgen zudem für eine stärkere Nachfrage nach Alternativen zu Öl und Gas. Energiesicherheit wird für Europa ein immer wichtigeres Thema. Die Entspannungssignale aus dem nahen Osten sorgen deshalb für Verkaufsdruck bei Nordex und Vestas – aber auch bei anderen grünen Aktien wie Verbio oder SMA Solar. Am übergeordneten Trend dürfte sich aber nichts ändern. „Die aktuelle geopolitische Unsicherheit und die Energiekrise unterstreichen die Notwendigkeit einer bezahlbaren, sicheren und nachhaltigen Energieversorgung“, betonte auch Vestas-CEO Henrik Andersen noch einmal.
Anleger sollten bei Nordex wegen des Rücksetzers am Mittwoch nicht in Panik verfallen. Die Aktie bleibt charttechnisch weiter stark, das Unternehmen ist operativ auf dem richtigen Weg. Hier gilt nach wie vor: Gewinne laufen lassen. Auch Vestas entwickelt sich operativ gut. Die Aktie bleibt ebenfalls interessant – hat aktuell aber leicht das Nachsehen im direkten Vergleich mit Nordex.
Heute, 17:06