Die Aktie des Biosprit-Herstellers Neste konsolidiert derzeit auf einem hohen Niveau. Am Gründonnerstag kann das Papier sogar deutlich zulegen, obwohl eine Analystin ihre Kaufempfehlung für den finnischen Titel, den DER AKTIONÄR Anfang 2025 im Aktien-Report "Die Treibstoff-Revolution – Turnaround-Chance des Jahres" als Comeback-Kandidaten ins Rennen schickte, gestrichen hat.
Die US-Investmentbank Morgan Stanley stufte am Donnerstag das Papier des Herstellers von verschiedenen erneuerbaren Kraftstoffen wie beispielsweise SAF (Sustainable Aviation Fuel) von "Overweight" auf "Equal-Weight" ab – das Kursziel wurde indes um 1,50 Euro auf nun 27,00 Euro gekappt. Analystin Alice Winograd wittert ein "zunehmendes politisches Risiko".
Dieses gebe seit langem Anlass zur Sorge und es steige angesichts des starken Drucks auf die Verbraucherpreise die Wahrscheinlichkeit, dass die politischen Entscheidungsträger versuchen werden, „alle verfügbaren Hebel im Instrumentarium zur Sicherung der Erschwinglichkeit zu betätigen“.
Indes trackt die Schweizer Großbank UBS die Margenentwicklung der erneuerbaren Produkte von Neste. In der vergangenen Woche sei diese um 104 Dollar die Tonne auf nun 1.038 Dollar gestiegen, getrieben durch höhere Dieselpreise in Europa und den USA. Die Spotmarge für erneuerbaren Diesel in Europa lag demnach sogar bei 1.152 Dollar die Tonne. Plus 117 Dollar im Vergleich zur Vorwoche.
Zur Einordnung: Neste kann jährlich etwa 5,5 Millionen Tonnen an erneuerbaren Produkten wie SAF oder Diesel produzieren. Die Finnen bauen ihre Kapazitäten aus, bis 2027 soll die Gesamtkapazität bei 6,8 Millionen Tonnen liegen.
Nach Ansicht des AKTIONÄR wird mit zunehmender Dauer des Krieges im Nahen Osten das Margenpotenzial von Neste unterschätzt. Das Unternehmen ist auch geografisch mit Produktionsstätten in Porvoo (Finnland), Rotterdam (Niederlande) und Singapur sehr gut aufgestellt. Größere Rücksetzer bleiben Einstiegsgelegenheiten für spekulativ ausgerichtete Anleger.
Heute, 14:59