Der US-Ölkonzern Chevron profitiert von den gestiegenen Rohölpreisen im Zuge der Eskalation im Nahen Osten. Im zweiten Quartal übertrifft das Unternehmen die Schätzungen der Wall Street bei Gewinn, Umsatz und Cashflow. Die Aktie legt vorbörslich zu.
Chevron stellt im zweiten Quartal 2026 seine operative Stärke unter Beweis. Der Nettogewinn kletterte auf rund zwölf Milliarden Dollar. Damit erzielte Chevron den höchsten Quartalsgewinn seit dem Jahr 2022, als der Beginn des Ukraine-Kriegs die weltweiten Energiemärkte erschütterte. Neben den gestiegenen Ölpreisen infolge des Iran-Konflikts zahlen sich die Hess-Übernahme und eine Rekordförderung aus.
Die wichtigsten Kennzahlen im Überblick:
- Gesamtumsatz: 70,06 Milliarden Dollar (Konsens: 67,93 Milliarden Dollar).
- Bereinigter Gewinn je Aktie: 6,06 Dollar (Konsens: 5,65 Dollar).
- Operativer Cashflow: 22,60 Milliarden Dollar (Konsens: 19,72 Milliarden Dollar).
- Förderleistung: 4,07 Millionen Barrel Öläquivalent pro Tag (+20 Prozent gegenüber Vorjahr).
- Downstream-Ergebnis (Raffinerie): 4,87 Milliarden Dollar (Vorjahr: 737 Millionen Dollar).
Ölpreis-Hausse und Lieferrisiken
Der durchschnittliche Verkaufspreis für US-Rohöl stieg im abgelaufenen Quartal auf 70,80 Dollar pro Barrel (+48 Prozent). International erzielte Chevron im Schnitt 96,41 Dollar pro Barrel (+64 Prozent). CEO Mike Wirth warnt vor anhaltenden Stressfaktoren für die globalen Energiemärkte. Die Spannungen im Nahen Osten betreffen längst nicht mehr nur die Straße von Hormus, sondern durch Angriffe der Huthis auch das Rote Meer. Laut Wirth schmelzen die weltweiten Lagerbestände kontinuierlich ab.
Die US-Förderung von Chevron erreichte mit rund zwei Millionen Barrel pro Tag einen historischen Höchststand. Neben den US-Schieferöl-Gebieten trieben vor allem Kapazitäten im Golf von Mexiko und in Kasachstan das Produktionsplus von einem Fünftel an. Auch das Raffineriegeschäft lieferte dank hoher Margen bei Diesel und Benzin wieder starke Erträge.
Kosten unter Kontrolle
Neben dem Rückenwind durch die Rohstoffpreise kommt die Integration der übernommenen Hess Corporation zügig voran. Das Ziel für jährliche strukturelle Einsparungen von drei Milliarden Dollar erreichte Chevron sechs Monate früher als geplant. Zudem wurden innerhalb eines Jahres nach Abschluss der Hess-Übernahme Synergien in Höhe von 1,5 Milliarden Dollar gehoben. Für das Gesamtjahr peilt Chevron nun das untere Ende der geplanten Investitionsspanne von 18 bis 19 Milliarden Dollar an.
Chevron hat ein überzeugendes Zahlenwerk vorgelegt. Der Konzern wandelt hohe Ölpreise direkt in freie Barmittel um und drückt parallel auf die Kostenbremse. Die Vorbörse honoriert die Daten mit einem Plus von rund einem Prozent. Damit zählt das Papier vorbörslich zu den stärksten Werten im Dow Jones. Zusammen mit einer Dividendenrendite von etwa 3,7 Prozent bleibt die Buffett-Beteiligung ein klarer Kauf im Energiesektor. Anleger bleiben an Bord.
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