Exakt vor zehn Jahren hat der Bayer-Konzern eine bindende Fusionsvereinbarung mit der US-amerikanischen Monsanto unterzeichnet, um "ein weltweit führendes Unternehmen der Agrarwirtschaft" zu schaffen. Der Zusammenschluss war erfolgreich. Doch durch die Übernahme von Monsanto kauften sich die Leverkusener auch die PCB- und Glyphosat-Rechtsstreitigkeiten ein.
Ein Jahrzehnt später könnte Bayer die in den zurückliegenden Jahren angestauten Rechtsrisiken über einen milliardenschweren Sammelvergleich endgültig nachhaltig in die Schranken weisen. Am heutigen Montag steht eine gerichtliche Anhörung zu diesem Thema auf der Agenda im US-Bundesstaat Missouri. Das Gericht könnte den angestrebten Vergleich final genehmigen.
Bereits im Februar hat das DAX-Unternehmen den Schritt angekündigt, um aktuelle und künftige Klagen im Zusammenhang mit dem Unkrautvernichter "Roundup" beizulegen. Kostenpunkt: maximal 7,25 Milliarden US-Dollar über bis zu 21 Jahre. Zur Erinnerung: Bayer ließ sich den historischen Zukauf satte 63 Milliarden Dollar kosten.
Mit dem Kurssprung von gut vier Prozent nimmt die Bayer-Aktie erneut die 50-Euro-Marke und steigt auf den höchsten Stand seit Anfang August.
Aus charttechnischer Sicht könnte der DAX-Titel nun wieder das Mehrjahreshoch bei 53,92 Euro (Xetra-Notierung) anlaufen. Das Hoch hat der Wert bereits Anfang Juli erreicht. Seitdem befindet sich die Bayer-Aktie in einer Konsolidierungsphase.
Der Markt preist eine finale Genehmigung des angestrebten Vergleichs weiter ein. Nach Ansicht des AKTIONÄR sind in der derzeitigen Bewertung jedoch bereits einige Vorschusslorbeeren eingepreist, da bei Bayer die Umsätze und Gewinne auch nicht in den Himmel wachsen. Darüber hinaus sitzt das Unternehmen trotz zahlreicher Maßnahmen (temporäre Zahlung gesetzlicher Mindestdividenden und Verschlankung der Organisation) immer noch auf einem hohen Schuldenberg. Die Aktie ist nach wie vor kein Kauf.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Bayer.
Heute, 13:25
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