Massive Kursverluste bei US-amerikanischen Tech-Werten am Freitag. Der Nasdaq 100 verliert zur Stunde gut vier Prozent an Wert. Vor allem KI-Titel stehen unter extremen Verkaufsdruck. Vor allem Unternehmen aus der Pharma-Szene hingegen sind als sicherer Hafen gesucht.
"Die KI-Euphorie bekommt Risse", schrieb am Freitag Stefan May, Anlagestratege bei der Quirin Privatbank.
Die Liste der Unternehmen aus dem KI-Sektor, die heute allein prozentual zweistellige Kursverluste im Nasdaq 100 einfahren, ist lang. Intel verliert nach einem äußerst enttäuschenden Ausblick satte 30 Prozent. Der schlimmste Tag seit den 70er-Jahren. Das Papier des Speicher-Spezialisten SanDisk wird um 15 Prozent nach Quartalszahlen durchgereicht. Selbst ein angekündigter Aktiensplit kann hier keine positiven Impulse verleihen.
Unter den Top-Verlierern mit einem Minus von mindestens zehn Prozent finden sich auch die Halbleiter-Experten AMD, Qualcomm, Marvell Technology, Arm Holdings sowie der Neocloud-Experte Nebius.
Doch es gibt auch Gewinner: FedEx, Gilead Sciences und Regeneron profitieren von starken Zahlen und einer einsetzenden Sektor-Rotation. Auch das Papier der Biopharma-Schmiede Vertex Pharmaceuticals rangiert klar im grünen Bereich. Darüber hinaus sind im Nasdaq 100 Konsumtitel wie der Milka-Hersteller Mondelez oder PepsiCo gesucht.
Durch den heutigen Kursrutsch verschlechtert sich zudem das Chartbild des Nasdaq 100. Die 200-Tage-Linie (blau) ist gefallen. Zuletzt ist das Technologie-Aktienbarometer im Frühjahr deutlicher unter den langfristigen Charttrend gefallen.
Nachdem vor allem die Big Techs Alphabet und Amazon sich in dieser Woche nicht gerade mit Ruhm bekleckert haben und der Chip-Riese Intel mit einer schwachen Prognose die Anleger auf dem falschen Fuß erwischt hat, nehmen viele Marktteilnehmer weitere Gewinne vom Tisch. In der kommenden Woche stehen die Zahlenvorlagen von weiteren großen Unternehmen an, auch aus dem KI-Sektor. Sollten diese überzeugen, so könnte der Markt schnell wieder mehr Vertrauen in die KI-Anlagestory schöpfen.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Nebius, Gilead Sciences.
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