Amazons Streamingdienst Prime Video erzielt annualisiert mehrere Dutzend Milliarden Dollar Umsatz und ist profitabel – getragen von Live-Sport, Serien und Kinoerfolgen. Die zweite Wachstumsmaschine AWS soll 2027 und 2028 je über 40 Prozent zulegen. Nachbörslich fällt die Aktie trotzdem.
Amazon: Wie Prime Video zum Gewinnbringer wurde
Thursday Night Football kommt in der fünften Saison im Schnitt auf 17,7 Millionen Zuschauer, 16 Prozent mehr als in der gesamten Vorsaison – der beste Start bisher. Zum Auftakt der NBA auf Prime schalteten in den USA mehr als zwei Millionen ein, über doppelt so viele wie im Vorjahresschnitt. Dazu kommen NASCAR, The Masters und die Champions League.
Auch die Inhalte ziehen: Die vierte Staffel von Reacher erreichte in 28 Tagen 66 Millionen Zuschauer, Amazon MGM Studios spielte 2026 mit Filmen wie Project Hail Mary und Verity bislang mehr als 1,2 Milliarden Dollar ein. Die Abo-Erlöse, zu denen Prime-Gebühren und Video zählen, stiegen um elf Prozent auf 14 Milliarden Dollar.
Das Geld für den Ausbau verdient AWS. Die Cloud wuchs um 39,3 Prozent auf 46,0 Milliarden Dollar und lieferte 63,3 Prozent des operativen Gewinns. Vorstandschef Andy Jassy traut ihr in fünf bis zehn Jahren eine Billion Dollar Jahresumsatz zu; auf Frage von Morgan Stanley verwies er auf „sehr gute Transparenz für 2027 und 2028 sowie teilweise für 2029“.
Amazon investiert 2026 rund 220 Milliarden Dollar, 2027 deutlich mehr. Der Free Cash Flow liegt auf Zwölfmonatssicht bei minus 42,4 Milliarden Dollar. Finanzchef Brian Olsavsky räumte auf Frage von Evercore ISI ein, das schnelle KI-Wachstum drücke die AWS-Marge.
Die Aktie schloss am Donnerstag bei 243,79 Dollar und fiel nachbörslich auf 226 Dollar. Widerstand bilden die 20- und die 50-Tage-Linie um 255 Dollar. Erste Unterstützung ist die Zone um 230 Dollar; nachbörslich notiert sie rund zwei Prozent darunter. Hält die Zone nicht, liegt die nächste Marke beim 52-Wochen-Tief von 196 Dollar.
Die Aktie bleibt ein aussichtsreiches Basisinvestment für langfristig orientierte Anleger und ein Bestandteil des AKTIONÄR-Depots.
Wie das Streaming der Konkurrenz läuft, zeigt der neue AKTIONÄR 45/26 ab Seite 48 am Micky-Maus-Konzern; die Titelgeschichte prüft fünf Turnaround-Kandidaten.
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Hinweis auf Interessenkonflikte:
Aktien der Amazon befinden sich in einem Real-Depot der Börsenmedien AG.
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