Anthropic macht Ernst: Das KI-Unternehmen hinter Claude hat offiziell seinen Börsenprospekt bei der US-Börsenaufsicht SEC eingereicht und will unter dem Kürzel ANT an die Nasdaq. Für Anleger ist der Börsengang spannend – mindestens genauso interessant sind aber die etablierten Profiteure im Hintergrund: Amazon und Alphabet.
- Anthropic wächst rasant, benötigt dafür aber enorme Mengen an Rechenleistung.
- Amazon und Alphabet sind gleichzeitig Investoren, Infrastrukturpartner und Vertriebskanäle.
- Beide profitieren damit vom KI-Boom, ohne ausschließlich vom Erfolg eines einzelnen Modells abhängig zu sein.
Genau darin liegt der entscheidende Unterschied: Anthropic muss erst beweisen, dass sich starkes Wachstum dauerhaft in hohe Gewinne verwandeln lässt. Amazon und Alphabet verdienen schon heute an der Infrastruktur, die diesen Boom überhaupt ermöglicht.
Anthropic wächst – aber die Kosten wachsen mit
Die Zahlen zeigen eindrucksvoll, wie schnell Anthropic skaliert. Der Umsatz stieg von 386 Millionen Dollar im Jahr 2024 auf 4,59 Milliarden Dollar 2025. Allein im ersten Halbjahr 2026 erreichte Anthropic bereits 16,29 Milliarden Dollar.
Doch KI ist kein klassisches SaaS-Modell. Jede Anfrage benötigt Rechenleistung, und das Training neuer Modelle verschlingt Milliarden.
Der größte Kostenblock bleibt deshalb Compute. Anthropic hat langfristige Verpflichtungen gegenüber Infrastrukturpartnern in dreistelliger Milliardenhöhe aufgebaut. Genau das zeigt, warum der KI-Boom für Cloud-Anbieter so interessant ist.
Amazon und Alphabet sitzen direkt an der Quelle
Amazon und Alphabet sind nicht nur Großinvestoren bei Anthropic. Beide stellen Rechenleistung, Vertrieb und Cloud-Infrastruktur bereit.
Besonders deutlich wird diese Abhängigkeit im Börsenprospekt: Amazon und Google standen 2025 über ihre Cloud-Marktplätze für 47 Prozent der Anthropic-Umsätze. Gleichzeitig wickelten sie einen großen Teil der offenen Kundenforderungen ab.
Damit profitieren beide Unternehmen mehrfach: Steigt Anthropic im Wert, gewinnen ihre Beteiligungen. Wächst die Nutzung von Claude, steigt der Bedarf an Cloud-Kapazität. Und selbst wenn andere KI-Modelle Marktanteile gewinnen, bleiben AWS und Google Cloud zentrale Infrastrukturplattformen.
An der Quelle des KI-Booms
Genau das macht Amazon und Alphabet für Anleger so interessant. Sie müssen nicht darauf wetten, welches einzelne Modell langfristig gewinnt.
Amazon verdient mit AWS an steigender Rechenleistung und entwickelt gleichzeitig eigene KI-Chips wie Trainium. Alphabet verbindet Google Cloud mit eigenen TPUs, Gemini und einem weltweiten Produktökosystem.
Beide kontrollieren damit Teile der Infrastruktur, auf der neue KI-Unternehmen überhaupt erst wachsen können.
Anthropic liefert den nächsten Beweis für den KI-Infrastrukturboom
Der geplante Börsengang zeigt, wie groß die Dynamik im KI-Sektor bleibt. Anthropic wächst spektakulär – muss aber gleichzeitig enorme Summen für Rechenleistung aufbringen.
Für den Megatrend Folger liegt genau darin die attraktivere Perspektive bei Amazon und Alphabet. Beide verdienen an der Infrastruktur, sind gleichzeitig finanziell an Anthropic beteiligt und verfügen zusätzlich über eigene profitable Plattformgeschäfte.
Damit profitieren sie vom KI-Boom nicht nur über ein einzelnes Modell, sondern gleich über mehrere Ebenen der Wertschöpfungskette.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Autor hält unmittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Alphabet, Amazon.
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