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Schlussglocke: Die Bullen behalten das letzte Wort

Schlussglocke: Die Bullen behalten das letzte Wort
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DJ Industrial Average -%
Annalena Götz Heute, 22:25 Annalena Götz

Die Wall Street startet gut gelaunt ins Wochenende. Alle drei großen US-Indizes haben bis zum Schluss abgeliefert und erreichten im Tagesverlauf neue Rekordstände. Damit setzen sie ein starkes Ausrufezeichen unter den Mai – allen voran der Nasdaq 100 mit einem Monatsgewinn von 10,5 Prozent. Denn die KI-Story lief in dieser Handelswoche heißer denn je.

Das Rekordfieber dauert am Freitag an. Der S&P 500 gewann 0,22 Prozent auf 7.580 Punkte und klopfte im frühen Handel bereits an die Tür zur 7.600-Zähler-Marke. Auch der Nasdaq 100 baute seine Bestmarken weiter aus. Nachdem er zwischenzeitlich 30.351 Zähler erreichte, verabschiedete sich der technologielastige Index mit 30.333 Punkten ins Wochenende – 0,36 Prozent über dem Vortagesschluss. Im Schlussspurt durchbrach der Dow Jones heute erstmals die 51.000-Punkte-Marke und ging schließlich 0,72 Prozent höher bei 51.032 Zählern aus dem Handel.

Infront DowJones (WKN: 969420)

Friedensfantasie am Rohstoffmarkt: Öl fällt, Gold meldet sich zurück

Die Zuversicht für ein Abkommen zwischen den USA und dem Iran wächst. Ein Memorandum für eine Verlängerung des Waffenstillstands um weitere 60 Tage liegt auf dem Tisch. Die Zeichen stehen auf Annäherung, wenngleich die finale Unterschrift noch nicht gesetzt ist. US-Präsident Donald Trump kündigte an, zeitnah eine „endgültige Entscheidung“ treffen zu wollen. Doch allein die Aussicht auf eine diplomatische Lösung reicht aus, um die Risikobereitschaft der Anleger hochzuhalten: Aktien bleiben gefragt, die Ölpreise geben weiter nach. 

Nach einer Einigung könnte die Straße von Hormus wieder für den Schiffsverkehr freigegeben werden. Damit besteht die Aussicht auf sinkende Energiepreise. Die Nordsee-Sorte Brent kostet am Freitagabend 92,05 Dollar je Barrel – 19,3 Prozent unter dem Schlusspreis im April. „Brent könnte schon Ende kommender Woche unter 90 Dollar fallen“, prognostiziert Florian Ielpo von Lombard Odier. Die Sorgen vor einem erneuten Inflationsschub geraten damit in den Hintergrund.

Öl Brent (ISIN: XC0009677409)

Der Goldpreis profitierte am Freitag von den Entspannungssignalen. Die Feinunze verteuerte sich um 1,1 Prozent auf 4.546 Dollar. Im Tageshoch notierte Gold bei 4.595 Dollar. Auch Silber legte zeitweise deutlich zu und behauptet sich zum Wochenschluss oberhalb der Marke von 75 Dollar je Feinunze.

Der Bitcoin verlor auf Wochensicht rund fünf Prozent und stand am Ende der US-Handelszeiten bei 73.470 Dollar. Mitte Mai schnupperte der Kurs noch an der Marke von 85.000 Dollar. Viele Trader nutzen das aktuelle Umfeld, um Gewinne zu realisieren und ihr Kapital in die laufende Tech-Rally am Aktienmarkt umzuschichten.

Bitcoin (ISIN: CRYPT0000BTC)

Wir befinden uns im Bullenmarkt

Der S&P 500 hat sich mit dem neunten Wochengewinn in Folge mittlerweile fast um 20 Prozent von seinem März-Tief erholt. Gleich 14 Werte aus dem S&P 500 markierten am Freitag neue Allzeithochs – darunter die AKTIONÄR-Empfehlungen Broadcom (+4,8%), Dell (+32,8%), Micron (+5,2%) und Palo Alto (+9,3%). Auch das Börsenschwergewicht Apple knackte mit 315 Dollar eine neue Bestmarke. 

Damit dürfte auch dem Letzten ins Auge fallen, wie sehr das Thema Künstliche Intelligenz den Markt in seiner ganzen Breite beherrscht. Die gesamte Wertschöpfungskette von Chips über Server bis hin zu Cloud- und Cybersecurity-Anbietern profitiert. Gleichzeitig standen lediglich sechs Aktien, darunter vor allem zyklische Konsumwerte, auf neuen 52-Wochen-Tiefs. Ein weiteres Indiz für die außergewöhnliche Marktstärke.

Unumstrittener Star an der Wall Street war heute Dell. Der Computerhersteller verbuchte mit einem Kursgewinn von mehr als 30 Prozent den stärksten Handelstag der Unternehmensgeschichte. Die am Donnerstagabend präsentierten Quartalszahlen machten selbst optimistische Analysten sprachlos. Die Ergebnisse lieferten den Beleg dafür, dass Milliardensummen in KI-Infrastruktur gebuttert werden. Entsprechend griff die Euphorie auch auf andere Tech-Werte über.

Analysten sehen zudem weiteres Potenzial bei den Cloud-Giganten Amazon und Alphabet. Die Auftragsbücher von AWS und Google Cloud sind prall gefüllt, die Wachstumsdynamik könnte nach Einschätzung mehrerer Investmenthäuser noch deutlich unterschätzt werden (DER AKTIONÄR berichtete).

SpaceX: Doch keine 2-Billionen-Fantasie?

Die Erwartungen an den wohl spektakulärsten Börsengang des Jahres wurden am Freitag hingegen etwas gedämpft. Wie Bloomberg berichtete, peilt SpaceX beim geplanten IPO nun eine Bewertung von mindestens 1,8 Billionen Dollar an, nachdem zuletzt noch mehr als zwei Billionen Dollar im Raum standen. Nach Gesprächen mit Investoren und Beratern wurde die Zielmarke etwas nach unten angepasst – endgültig festgelegt ist sie jedoch noch nicht.

In der aktuellen Ausgabe 23/2026 erfahren Sie, warum der geplante Börsengang von SpaceX das Potenzial hat, alle bisherigen Rekorde zu sprengen und welche Chancen und Risiken Anleger kennen sollten. Außerdem stellt DER AKTIONÄR Ihnen einen bislang kaum beachteten Profiteur hinter den drei größten Börsengängen des Jahres von SpaceX, OpenAI und Anthropic vor. Über diesen Link gelangen Sie direkt zum E-Paper.

DER AKTIONÄR 23/2026
Quelle: Börsenmedien AG

Ackman-Offerte zu billig für Taylor Swift und Drake

Die Universal Music Group hat das 56-Milliarden-Euro-Übernahmeangebot des Starinvestors Bill Ackman und dessen Investmentgesellschaft Pershing Square überraschend deutlich zurückgewiesen. Der Verwaltungsrat begründete die Absage damit, dass die Offerte, die rechnerisch bei 30,40 Euro je UMG-Aktie lag, das weltweit größte Musiklabel "erheblich unterbewertet" und weder im Interesse der Aktionäre noch von Weltstars wie Taylor Swift oder Drake sei. Der Musikkonzern verwies stattdessen auf den eigenen Erfolgskurs mit dem Teilverkauf der Spotify-Beteiligung sowie einem ausgeweiteten Aktienrückkaufprogramm. Zum Handelsschluss an der Amsterdamer Börse kostete eine UMG-Aktie heute 19,50 Euro.

Fashion-Konzern crasht nach Zahlen

Bei den Einzelhändlern, die am Donnerstag noch einen starken Handelstag verzeichnet hatten, sorgte Gap für lange Gesichter. Zwar übertraf der Modekonzern mit einem Gewinn von 0,90 Dollar je Aktie (Vorjahreswert: 0,51 Dollar) die Schätzungen der Analysten bei Weitem und überzeugte mit einer EBIT-Marge in Höhe von 12,7 Prozent (Vorjahreswert: 7,5 Prozent). Das Wachstum in den bestehenden Filialen blieb mit 2,0 Prozent jedoch hinter dem von Analysten angepeilten Wachstum von 2,9 Prozent zurück. Für die Aktie geht es zum Start ins Wochenende 15,4 Prozent nach unten.

Behandelte Werte

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