„Der Aktienmarkt wird boomen!“ – S&P 500 und Nasdaq auf Rekordhoch

„Der Aktienmarkt wird boomen!“ – S&P 500 und Nasdaq auf Rekordhoch
Foto: Sora
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Lukas Meyer Heute, 22:22 Lukas Meyer

Die Wall Street feiert: Getragen von Hoffnungen auf ein baldiges Kriegsende und dem KI-Hype knacken der S&P 500 und der Nasdaq neue Rekordhochs. Während US-Präsident Donald Trump den nächsten Börsen-Boom ausruft, ignorieren die Anleger die Warnsignale aus dem aktuellen Konjunkturbericht der Fed und setzen voll auf die Fortsetzung der Rally.

An der Wall Street schloss der S&P 500 am Mittwoch mit einem Plus von 0,80 Prozent bei 7.022 Punkten auf einem neuen Rekordhoch. Der Nasdaq Composite kletterte um 1,60 Prozent auf 24.016 Zähler, während der Nasdaq-100-Index bei 26.204 Punkten ebenfalls einen neuen Bestwert markierte (+1,40 %). Der Dow Jones beendete den Tag hingegen mit einem Minus von 0,15 Prozent bei 48.463 Punkten.

Trump auf Hochtouren: Frieden, Boom, Drohungen und Gottkomplexe

Donald Trump zeigt sich in Bestform und liefert genau das, was die Bullen hören wollen. In einem Interview mit Fox Business verkündete der Präsident: „Ich denke, es ist fast vorbei. Ich sehe es als sehr nahe am Ende an.“ Er sprach davon, den Iran militärisch „total geschlagen“ zu haben und prophezeite: „Der Aktienmarkt wird boomen, er boomt ja jetzt schon.“

Infront S&P 500 (WKN: A0AET0)

Gegenüber der New York Post legte er nach und deutete an, dass in den nächsten zwei Tagen in Pakistan „etwas passieren könnte“. Diese diplomatischen Vorstöße sorgen für sinkende Ölpreise und eine deutlich höhere Zuversicht am Markt.

Parallel dazu inszeniert sich Trump auf Truth Social als religiöse Heilsfigur und legte mit einem KI-generierten Bild nach, das ihn in einer Umarmung mit Jesus Christus zeigt. Dass er im gleichen Atemzug erneut drohte, Fed-Chef Jerome Powell im Mai vor die Tür zu setzen, falls dieser nicht „pünktlich“ geht, wird vom Markt weitgehend ignoriert.

Fed-Bericht meldet Belastungen

Flankiert wurde das Marktgeschehen am Abend durch den neuesten Konjunkturbericht der US-Notenbank. Das „Beige Book“ weist darauf hin, dass die US-Wirtschaft zuletzt zwar in moderatem Tempo gewachsen ist, der Iran-Krieg jedoch eine erhebliche Unsicherheit für Unternehmen darstellt. Während die Aktienkurse steigen, berichtet die Fed von einem zunehmenden finanziellen Druck auf die Verbraucher. Insbesondere Haushalte mit geringem Einkommen leiden unter den gestiegenen Energie- und Kraftstoffkosten, was zu einer erhöhten Nachfrage bei sozialen Hilfseinrichtungen führt.

KI-Wahnsinn und Banken-Bilanzen: Die Party geht weiter

Die Banken Morgan Stanley (+4,5 %) und Bank of America (+1,8 %) lieferten mit starken Quartalszahlen das Fundament für die heutige Rally. Morgan Stanley überzeugte dabei vor allem durch ein starkes Ergebnis im Aktienhandel, während die Bank of America von sprudelnden Zinseinnahmen profitierte.

Besonders im Fokus stand jedoch der ungebrochene KI-Treibstoff: Broadcom (+4,2 %) befeuerte die Fantasie durch eine massive Ausweitung der Partnerschaft mit Meta, während Nvidia (+1,1 %) die elfte Gewinnsitzung in Folge verbuchte – die längste Serie der Firmengeschichte. Der Nasdaq legte dabei den schnellsten RSI-Wechsel von „überverkauft“ zu „überkauft“ seit den 1980er-Jahren hin; innerhalb von nur elf Handelstagen drehte die Stimmung vom technischen Boden ins Heißgelaufene.

Ebenfalls im Fokus steht Robinhood (+5,5 %). Die Aktie feierte den Wegfall der berüchtigten „Pattern Day Trader Rule“. Dass Anleger mit Depots unter 25.000 Dollar nun endlich unbegrenzt oft am selben Tag handeln dürfen, wird als massiver Hebel für das künftige Handelsvolumen gewertet.

Snap (+7,9 %) legte nach der Ankündigung massiver Stellenstreichungen deutlich zu. Das Unternehmen plant, bis zu 16 Prozent seiner Belegschaft abzubauen, um die Profitabilität zu steigern – ein Schritt, den die Anleger mit Käufen quittierten.

Nike (+2,8 %) profitierte von Insider-Käufen: CEO Elliott Hill und Apple-Chef Tim Cook (in seiner Rolle als Nike-Direktor) griffen erneut bei der Aktie zu und signalisierten damit Vertrauen in den laufenden Turnaround.

Den Gipfel des Irrsinns markierte jedoch der ehemalige Schuhhersteller Allbirds (+625 %): Der radikale Schwenk von Sneakern auf KI-Rechenzentren reichte aus, um die Aktie förmlich explodieren zu lassen – ein klares Signal für den aktuellen Marktrausch.

Charttechnisch befindet sich die Wall Street nun im „Blue Sky“-Modus. Trotz der Warnungen im aktuellen „Beige Book“ der Fed vor einer finanziellen Belastung der Konsumenten scheint der Weg für weitere Anschlussgewinne frei. Doch Vorsicht bleibt geboten: Wenn der neulich vom Ex-CIA-Chef Brennan als „eindeutig geisteskrank“ bezeichnete Anführer der freien Welt die Fed stürzt oder die Zölle wieder als Waffe nutzt, könnte das Erwachen bitter werden. Vorerst gilt jedoch: Genießen Sie die Party. Wer im aktuellen Rekord-Markt die Ruhe bewahren will, findet die passenden Strategien in der brandneuen Ausgabe von DER AKTIONÄR – hier ab sofort erhältlich als ePaper erhältlich.

DER AKTIONÄR 17/2026
Quelle: Börsenmedien AG
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