KI schlägt menschliche Arbeitskraft: Börse feiert Kündigungswelle

KI schlägt menschliche Arbeitskraft: Börse feiert Kündigungswelle
Foto: Gemini
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Lukas Meyer Heute, 18:44 Lukas Meyer

Die sozialen Netzwerke stehen vor einem radikalen Umbruch durch künstliche Intelligenz. Snap-Chef Evan Spiegel zieht jetzt die Konsequenzen und streicht fast jeden sechsten Arbeitsplatz. Während 1.000 Angestellte gehen müssen, reagiert die Börse mit Begeisterung auf die neue Effizienzstrategie. Der radikale Umbau könnte für Anleger jetzt die langersehnte Wende bringen, denn der Konzern setzt konsequent auf automatisierte Prozesse und eine KI-gestützte Profitabilität.

Der Chef des Social-Media-Dienstes Snap, Evan Spiegel, zieht die Reißleine. In einer Mitteilung an die Mitarbeiter kündigte er an, rund 1.000 Vollzeitstellen zu streichen – das entspricht 16 Prozent der weltweiten Belegschaft. Die Anleger reagierten prompt: Das Papier schoss zeitweise um über acht Prozent in die Höhe. Spiegel begründet den harten Schnitt mit massiven Effizienzgewinnen durch künstliche Intelligenz, die es erlaube, repetitive Aufgaben zu eliminieren und die Geschwindigkeit der Teams drastisch zu erhöhen.

Effizienz-Turbo statt Personalkosten

Die finanziellen Auswirkungen sind gewaltig. Durch den Stellenabbau will Snap die jährliche Kostenbasis bis zur zweiten Jahreshälfte im Jahr 2026 um mehr als 500 Millionen Dollar senken. „Wir glauben, dass die rasanten Fortschritte bei der künstlichen Intelligenz es unseren Teams ermöglichen, die Geschwindigkeit zu erhöhen“, so Spiegel in seinem Statement. Die technologische Abhängigkeit ist bereits Realität: Über 65 Prozent des neuen Programmcodes bei Snap werden von KI generiert, während automatisierte Agenten monatlich mehr als eine Million Nutzeranfragen abwickeln.

Trotz des radikalen Umbaus lieferte der Konzern starke Zahlen für das erste Quartal im Jahr 2026. Der Umsatz stieg um zwölf Prozent auf 1,529 Milliarden Dollar, womit Snap die Markterwartungen von 1,52 Milliarden Dollar leicht schlug.

Analysten reagieren positiv. Wolfe Research lobt ausdrücklich die Bereitschaft zur Kosteneffizienz. Noch optimistischer zeigt sich BMO Capital: Analyst Brian Pitz hob sein Kursziel für Snap am Mittwoch von 13 auf 15 Dollar an und bekräftigte seine Einstufung als „Outperform“. Hintergrund ist die Erwartung, dass das bereinigte EBITDA für das Gesamtjahr 2026 auf 1,25 Milliarden Dollar klettern wird.

Snap Inc. (WKN: A2DLMS)

Charttechnisch hellt sich das Bild deutlich auf. Die Aktie hat mit dem jüngsten Kurssprung den GD50 bei rund fünf Dollar geknackt und damit ein kurzfristiges Kaufsignal generiert. Nun nimmt das Papier Kurs auf den GD200, der aktuell bei 7,20 Dollar verläuft.

DER AKTIONÄR rät weiterhin zum Kauf. Die radikale Umstellung auf KI-Effizienz ist die einzige Antwort auf den harten Wettbewerb mit Meta. Die massiven Kosteneinsparungen von einer halben Milliarde Dollar pro Jahr sind ein gewaltiger Hebel für das Ergebnis je Aktie. Risikobewusste Anleger setzen auf den Turnaround und nutzen die aktuelle Dynamik für einen Einstieg.

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