Die Euphorie ist nach der positiven Entscheidung des Supreme Courts zugunsten des DAX-Konzerns in der Causa Glyphosat und positiven Analystenkommentaren verflogen. Zur Wochenmitte rangiert die Bayer-Aktie unter den Verlierern im deutschen Leitindex mit einem Minus von rund 1,5 Prozent. Im August sollte die Aufmerksamkeit für den Titel wieder steigen.
Am 4. August (Dienstag) wird der Pharma- und Agrarchemie-Konzern die Bücher zum abgelaufenen zweiten Quartal öffnen. JPMorgan-Analyst Richard Vosser rechnet mit einer Bestätigung der Jahresziele. Vosser sieht nur Luft bis 50 Euro, seine Einstufung lautet dennoch "Overweight".
"Wir erwarten, dass der Konzernumsatz im 2. Quartal 2026 im Rahmen der Konsensschätzungen liegt; auch das EBITDA und der bereinigte Gewinn je Aktie dürften den Erwartungen entsprechen", so Vosser und sein Team.
Kurzum: JPMorgan erwartet einen Umsatz von 10,69 Milliarden Euro (Konsens: 10,68 Milliarden Euro), das EBITDA soll sich bei 1,94 Milliarden Euro einfinden, was nahezu exakt der Konsensschätzung entspricht. Gleiches gilt für den bereinigten Gewinn je Aktie, der im zweiten Quartal 0,73 Euro pro Papier betragen soll.
Wichtiger Termin in den USA
Nach der Bilanzvorlage dürfte sich der Fokus wieder in die USA verlagern. Die Anhörung für die Genehmigung im Glyphosat-Vergleich findet – zum jetzigen Stand – am 19. August statt. Ursprünglich war diese für Juli vorgesehen. Die Verschiebung habe aber laut Bayer keine wesentlichen Auswirkungen auf den Prozess.
Bayer strebt einen milliardenschweren Sammelvergleich an, der die Glyphosat-Rechtsstreitigkeiten endlich nachhaltig in die Schranken weist. Seit Jahren sieht sich Bayer mit der Causa konfrontiert, die sich der Konzern durch die umstrittene Akquisition von Monsanto vor rund zehn Jahren eingekauft hat.
Vor wenigen Wochen hat DER AKTIONÄR die Bayer-Aktie nach der Supreme-Court-Entscheidung erneut unter die Lupe genommen und festgestellt, dass inzwischen bereits viel im Kurs eingepreist ist. Denn operativ wachsen die Bäume bei den Leverkusenern nicht in den Himmel und die Schuldenlast bleibt vorerst hoch. Die Aktie wurde daraufhin zum Verkauf gestellt.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Bayer.
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