Vom Öko-Schuh zum KI-Superhirn: Der Schuhhersteller Allbirds sorgt mit einer völlig irren Ankündigung für ein Kurs-Beben an der Wall Street. Nachdem das Unternehmen sein gesamtes Schuhgeschäft verkauft hat, will Allbirds künftig auf künstliche Intelligenz setzen. Die Anleger flippen völlig aus – die Aktie schießt in der Spitze um über 350 Prozent nach oben.
Der KI-Hype kippt ins Absurde. Allbirds galt im Silicon Valley einst als „nachhaltigstes Schuhlabel der Welt“. Die Firma aus San Francisco machte mit minimalistischen Merino-Sneakern Furore, getragen von Tech-Größen wie Larry Page und Tim Cook. Nach dem Börsengang folgte der Absturz – die Wolle war raus. Am Mittwoch kündigte das Management den kompletten Umbau an.
Rechenzentren statt Turnschuhe
Unter dem Namen „NewBird AI“ baut das Unternehmen künftig Infrastruktur für KI-Rechenleistung. Schon vor zwei Wochen verscherbelte Allbirds Markenrechte und geistiges Eigentum für 39 Millionen Dollar an die American Exchange Group. Jetzt der Schnitt: Statt Sneakern sollen Hochleistungschips und Rechenzentren sprudelnde Gewinne liefern.
Die Börse reagiert beispiellos. Die Aktie, zuletzt mit nur noch 20 Millionen Dollar bewertet, explodiert nach der Meldung. In den ersten Minuten schießt der Kurs um mehr als 350 Prozent nach oben. Eine Finanzierungsrunde über 50 Millionen Dollar ist geplant, um die nötige Hardware zu kaufen. Allbirds zielt auf Kunden, die bei großen Cloud-Anbietern keine Kapazitäten mehr bekommen.
Solche Wendungen kennt die Wirtschaftsgeschichte, doch selten treiben sie derart bizarre Kurskapriolen. Paradebeispiel Nokia: 1865 als Papierfabrik gestartet, später Gummistiefel und Reifen, am Ende Weltmarktführer für Handys. Auch hierzulande ähnliche Muster: Heidelberger Druck befeuert mit Rüstungsplänen Fantasie und Kurse. Im aktuellen Umfeld reicht schon das Versprechen von KI-Rechenpower, um einen am Boden liegenden Penny-Stock zur Rakete zu machen.
DER AKTIONÄR rät zu äußerster Vorsicht. Die Gewinne wirken verlockend, doch ein Investment in NewBird AI gleicht derzeit einem Casinobesuch. Seriöse Anleger setzen auf echte Schaufelverkäufer wie Nvidia oder Broadcom – nicht auf einen Schuhhersteller ohne KI-Historie. Finger weg.
Heute, 16:20