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DAX setzt neuen Rekord: SAP marschiert vorweg, Allianz, Munich Re & Daimler Truck patzen

DAX setzt neuen Rekord: SAP marschiert vorweg, Allianz, Munich Re & Daimler Truck patzen
Foto: ChatGPT/Sora
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Annalena Götz Heute, 20:00 Annalena Götz
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Der DAX verabschiedet sich mit einem neuen Rekord ins Wochenende. Konjunkturdaten verliehen am Nachmittag zusätzlichen Rückenwind. Auch beim MDAX und SDAX überwiegen die grünen Vorzeichen. Gefeiert wurde vor allem SAP: Die Aktie gewann am Freitag 4,1 Prozent und krönte damit eine starke Woche.

Der DAX ging am Freitag 0,7 Prozent höher mit 26.319 Punkten aus dem Handel. Im Tagesverlauf markierte der deutsche Leitindex bei 26.445 Zählern ein neues Allzeithoch. Der MDAX legte um 0,2 Prozent auf 32,407 Punkte zu, der SDAX um 0,1 Prozent auf 17.688 Punkte.

DAX (WKN: 846900)

Schwache Job-Daten aus den USA

Den entscheidenden Impuls lieferte am Nachmittag der US-Arbeitsmarkt. Statt der von Volkswirten erwarteten 80.000 neuen Stellen gingen im Juli außerhalb der Landwirtschaft 23.000 Jobs verloren, wie das Arbeitsministerium am Freitag in Washington mitteilte. Zusätzlich wurden die Zahlen zum Beschäftigungsaufbau im Mai und Juni zusammen um 103.000 Stellen nach unten revidiert. Der Arbeitsmarkt in der größten Volkswirtschaft der Welt hat sich somit zuletzt deutlich schwächer entwickelt als bisher angenommen.

"Insgesamt enttäuschen die Zahlen. Aus Sicht der US-Notenbank sind zwar vermutlich die Verbraucherpreise wichtiger. Aber der heutige Bericht stützt zumindest unsere Einschätzung, dass die Fed die Zinsen entgegen den Marktspekulationen nicht anheben wird", kommentiert Christoph Balz von der Commerzbank die frischen Daten zum Arbeitsmarkt in den USA.

Für die Börse ist das genau die richtige Portion Schwäche. Der Arbeitsmarkt verliert an Fahrt, ohne bislang einen abrupten Konjunktureinbruch zu signalisieren. Der DAX reagierte prompt mit einem neuen Allzeithoch. Warum die Daten bei den Anlegern so gut ankommen und wie es für den deutschen Leitindex weitergeht, lesen Sie hier.

Lichtblick für die deutsche Wirtschaft

Auch aus Deutschland kamen überraschend freundliche Signale. Die Industrieproduktion verzeichnete im Juni ein Plus von 0,2 Prozent gegenüber dem Vormonat und stieg damit bereits den dritten Monat in Folge. Die Exporte kletterten trotz Iran-Krieg, Ölpreisschock und US-Zölle auf einen Rekordwert von 139 Milliarden Euro. Damit legten sie im Vergleich zum Mai um 0,9 Prozent und im Jahresvergleich um 6,6 Prozent zu.

Keine Entwarnung an der Straße von Hormus

Ganz verschwunden sind die Risiken aber nicht: Die Verhandlungen um die Straße von Hormus bleiben festgefahren. Der Brent-Preis notierte am Freitag wieder bei gut 83 Dollar. Zwar wird über eine Wiederöffnung der wichtigen Schifffahrtsroute verhandelt, doch eine endgültige Einigung gibt es weiterhin nicht. Teheran fordert weitreichende Kontrollrechte und erwägt Beschränkungen für US-amerikanische und israelische Schiffe. 

Wie angespannt die Situation bleibt, zeigt der tatsächliche Schiffsverkehr: Durch die Straße von Hormus fuhren am Donnerstag laut Kpler lediglich vier Schiffe – vor dem Krieg waren es 130 bis 140 pro Tag. Eine schnelle Rückkehr zur Normalität ist damit selbst im Fall einer politischen Einigung keineswegs garantiert.

SAP führt Software-Rally an

Star des Tages war am Freitag erneut SAP. Das Papier des Walldorfer Softwareriesen verzeichnete den sechsten Gewinntag in Folge und beendete die Woche mit 15 Prozent Plus. Zum ersten Mal seit einem Jahr steht der Kurs nun wieder über der 200-Tage-Linie. Geholfen haben unter anderem Atlassian und Cloudflare, die am Vortag nachbörslich mit einem starken Zahlenwerk überraschten, das jenseits wie diesseits des Atlantiks neue Zuversicht für Software-Aktien entfachte (DER AKTIONÄR berichtete). Im MDAX setzt sich die Rally nahtlos fort: Nemetschek sprang um 7,0 Prozent, Ionos um 6,4 Prozent.

SAP (WKN: 716460)

SUSS Microtec glänzt mit Rekordaufträgen

Auch der Chip-Sektor drehte am Freitag auf. Infineon gewann 2,9 Prozent, nachdem Microchip Technology mit Zahlen und Ausblick überzeugte. Das freundliche Sentiment sprang auch auf die Ausrüster über: Aixtron (plus 2,5 Prozent) und SUSS Microtec (plus 5,2 Prozent) gehörten im MDAX zu den großen Siegern des Tages. Bei SUSS Microtec bleibt die Auftragslage hervorragend: Im abgelaufenen Quartal stiegen die eingegangenen Bestellungen auf einen Rekordwert von 149 Millionen Euro und lagen damit 70 Prozent über dem Vorjahreswert.

Enttäuschung von Allianz, Munich Re und Daimler Truck

Die Berichtssaison der deutschen Unternehmen hatte am Freitag hingegen nur wenig Gutes zu bieten. DAX-Schlusslicht Daimler Truck verlor 2,8 Prozent. AKTIONÄR-Leser wissen: Der Auftragseingang stieg zwar um 27 Prozent auf 74.448 Fahrzeuge, verfehlte aber in allen Geschäftsbereichen die Analystenerwartungen. Dazu belasteten US-Zölle die Marge im nordamerikanischen Markt.

Daimler Truck (WKN: DTR0CK)

Die Aktien der Allianz verloren 1,6 Prozent auf 433,50 Euro, obwohl das operative Ergebnis im Q2 um knapp elf Prozent auf den Rekordwert von 4,9 Milliarden Euro stieg. Der Nettoertrag in Höhe von 2,60 Milliarden Euro blieb jedoch hinter den von Analysten erwarteten 2,78 Milliarden Euro zurück. Für den Kurs der Munich Re ging es 1,4 Prozent abwärts. Der Quartalsgewinn von 2,21 Milliarden Euro überzeugte, doch wegen sinkender Rückversicherungspreise wurde die Umsatzprognose von 64 Milliarden Euro auf 62 Milliarden Euro im Gesamtjahr gekürzt.

Scout24 setzte dagegen mit Kursgewinnen von 3,6 Prozent zur Gegenbewegung an. Die DZ Bank nahm die Aktie des Internetportal-Betreibers auf ihre „Equity Long Ideas“-Liste auf. Den fairen Wert der Aktie sieht Analyst Karsten Oblinger bei 95 Euro. Auch UBS und Goldman Sachs erhöhten ihre Kursziele auf 115 Euro respektive 107 Euro. Am Vortag hatten die Scout24-Aktien infolge der Veröffentlichung des Quartalsberichts 6,0 Prozent tiefer geschlossen.

Im MDAX stand Lanxess mit einem Tagesverlust von 4,4 Prozent am Ende des Tableaus. Trotz solider Zahlen mit einem Umsatzwachstum um 6,5 Prozent auf 1,56 Milliarden Euro dämpfte CEO Matthias Zachert die Hoffnung auf eine schnelle Wende. Ein nachhaltiger Nachfrageaufschwung sei weiterhin nicht in Sicht.

Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Allianz, Munich Re.

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