Der DAX hat am Freitagnachmittag auf neue Arbeitsmarktdaten aus den USA mit einem Kurssprung reagiert und ein neues Allzeithoch markiert. Vor allem der überraschende Stellenabbau sorgt an der Börse für Erleichterung. Gleichzeitig liefert die gesunkene Arbeitslosenquote keinen Hinweis auf einen abrupten Einbruch der US-Konjunktur.
Die neuen Daten vom US-Arbeitsmarkt sind deutlich schwächer ausgefallen als erwartet. Im Juli gingen außerhalb der Landwirtschaft 23.000 Stellen verloren. Volkswirte hatten im Vorfeld dagegen mit einem Aufbau von rund 80.000 Arbeitsplätzen gerechnet.
Hinzu kommen deutliche Abwärtsrevisionen für die beiden Vormonate. Für Mai wurde der Stellenaufbau von 129.000 auf 63.000 korrigiert, für Juni von 57.000 auf lediglich 20.000. Zusammengenommen entstanden damit 103.000 Stellen weniger als bislang ausgewiesen.
Für die Börse ist das zunächst eine positive Botschaft. Der Arbeitsmarkt verliert an Dynamik, ohne bislang einen klassischen Rezessionsalarm auszulösen. Denn gleichzeitig sank die Arbeitslosenquote von 4,2 auf 4,1 Prozent. Die Beteiligungsquote am Arbeitsmarkt blieb mit 61,4 Prozent nahezu unverändert.
Auch von den Löhnen kommt wenig neuer Inflationsdruck. Die durchschnittlichen Stundenlöhne erhöhten sich im Juli lediglich um zwei Cent. Im Jahresvergleich beträgt das Plus 3,2 Prozent.
Damit sinkt der Druck auf die US-Notenbank, die Geldpolitik weiter zu straffen. Aktuell geht die Mehrheit der Marktteilnehmer noch davon aus, dass die Federal Reserve im September den Leitzins anheben wird. Es sind aber mittlerweile nur noch rund 55 Prozent und nicht mehr 67 Prozent wie vor einer Woche.
Der DAX hat unmittelbar nach den Zahlen nach oben gedreht und ein neues Allzeithoch erreicht. Aus Anlegersicht ist die Kombination günstig: Der US-Arbeitsmarkt kühlt sich deutlich ab, gleichzeitig spricht die niedrigere Arbeitslosenquote bislang gegen einen konjunkturellen Absturz. Gelingt es dem DAX, das neue Rekordniveau zu verteidigen, bleibt der übergeordnete Aufwärtstrend klar intakt.
Heute, 14:40
Bei Google bevorzugen