Die Allianz-Aktie steht am Dienstag überraschend unter Druck. Mit einem Minus von zeitweise gut zwei Prozent ist der Versicherer im frühen Handel neben Vonovia das Schlusslicht im DAX. Größere Meldungen, die dafür verantwortlich gemacht werden können, gibt es nicht. Und dennoch gibt es zwei gute Gründe für die heutige Kursschwäche.
- Die Allianz ist am Dienstag im frühen Handel das Schlusslicht im DAX.
- Daten vom Optionsmarkt deutet auf eine deutlich gestiegene Vorsicht hin.
- Zudem ist die Aktie unter die charttechnisch wichtige 50-Tage-Linie gerutscht.
Auffällig ist zunächst die Entwicklung am Optionsmarkt. Der sogenannte Skew – ein Maß für das Verhältnis der impliziten Volatilität von Verkaufs- und Kaufoptionen – ist bei der Allianz in der vergangenen Woche gestiegen. Das deutet darauf hin, dass sich Anleger verstärkt gegen fallende Kurse absichern.
Der aktuelle Skew liegt laut Bloomberg im 74. historischen Perzentil. Die Nachfrage nach Absicherung ist damit höher als in rund drei Vierteln der betrachteten Vergleichszeiträume. Das ist kein eigenständiges Verkaufssignal, zeigt aber, dass die Marktteilnehmer bei der Allianz vorsichtiger geworden sind.
Zudem spricht das Chartbild für ein nachlassendes Momentum. Die Aktie ist unter die wichtige 50-Tage-Linie gerutscht. Sie verläuft aktuell bei 438,62 Euro. Vom Hoch bei 454,60 Euro hat sie sich somit bereits ein gutes Stück entfernt.
Der Rückfall unter den kurzfristig wichtigen gleitenden Durchschnitt ist deshalb relevant, weil die 50-Tage-Linie im bisherigen Aufwärtstrend als Orientierung gedient hat. Sollte die Allianz die Marke nicht zeitnah zurückerobern, dürfte der Verkaufsdruck zunehmen.
Der übergeordnete Aufwärtstrend ist allerdings noch intakt. Die Aktie notiert weiterhin über der 100-Tage-Linie bei 416,17 Euro und deutlich über der 200-Tage-Linie bei 395,35 Euro. Von einem nachhaltigen Trendbruch kann daher noch keine Rede sein.
Die Kombination aus einem gestiegenen Absicherungsbedarf am Optionsmarkt und dem Rückfall unter die 50-Tage-Linie liefert eine plausible Erklärung für die heutige Kursschwäche der Allianz. Der Skew dürfte dabei eher ein Warn- und Begleitsignal sein als der eigentliche Auslöser des Kursrückgangs.
Vor allem ein nachhaltiger Bruch der 50-Tage-Linie wäre ein Warnsignal. Kann die Aktie diese Marke nicht zurückerobern, würde sich das Bild spürbar eintrüben. Die Aktie würde dann zunächst von der Aufwärts- in eine Seitwärtsphase wechseln. Nach unten rückt dabei als Nächstes die 100-Tage-Linie in den Fokus.
DER AKTIONÄR hat in den vergangenen Wochen mehrfach darauf hingewiesen, dass bei der Allianz kurzfristig erhöhte Korrekturgefahr herrscht. Grund zur Panik ist das aber nicht, sondern eher ein gesundes Luftholen nach einem steilen Anstieg zuvor. Investierte Anleger bleiben bei der Qualitätsaktie an Bord – und freuen sich zudem über eine attraktive Dividendenrendite von 4,3 Prozent.
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Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Allianz.
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