Der DAX dürfte am Dienstag mit Rückenwind aus New York in den Handel starten. Gestern, am Montag, hatte sich der deutsche Leitindex an seiner 100-Tage-Linie gefangen und 1,1 Prozent auf 25.575 Punkte gewonnen – getragen vom vierten Ölpreisrückgang in Folge, sinkenden Renditen und einer Rally der Chipwerte.
Im Mittelpunkt steht heute die UN-Generaldebatte in New York, bei der US-Präsident Donald Trump spricht. Anleger hoffen auf ein Signal für Gespräche mit dem Iran. Allein diese Hoffnung hat den Preis für ein Barrel Brent in vier Handelstagen von fast 110 auf rund 100 Dollar gedrückt. Irans Präsident Masoud Pezeshkian tritt erst am Mittwoch ans Rednerpult. Die Landtagswahlen vom Sonntag spielten gestern am Gesamtmarkt dagegen kaum eine Rolle – sichtbar wurden sie vor allem bei den Wohnungswerten.
Aus deutscher Sicht legt TUI am Morgen ein Update zur Buchungslage vor, in Hamburg öffnet die Fachmesse WindEnergy. Am Nachmittag folgt das Verbrauchervertrauen der Eurozone, für das Volkswirte einen Rückgang auf minus 16,0 Punkte nach minus 15,5 Punkten erwarten.
Anleger dürften zudem weiter die Vortagesgewinner und -Verlierer im DAX im Blick haben. Deutlich zulegen konnten Infineon, Siemens, MTU Aero Engines sowie Commerzbank und die DHL. Hingegen litt Vonovia unter dem Wahlsieg der Linken in Berlin, die große Wohnungsbestände vergesellschaften will. Volkswagen blieb nach der Gewinnwarnung vom Freitag und einer Abstufung durch Kepler Cheuvreux Schlusslicht.
Am Ölmarkt setzte über Nacht eine leichte Gegenbewegung ein: Brent verteuerte sich um 0,6 Prozent auf 100,99 Dollar, die US-Sorte WTI um 0,4 Prozent auf 96,19 Dollar. Gold gab gestern um 0,9 Prozent auf 4.384 Dollar je Feinunze nach. Bitcoin kletterte laut Hammerstone Markets zeitweise auf 86.330 Dollar, den höchsten Stand seit Ende Januar.
An der Wall Street schloss die Nasdaq mit einem Plus von 2,3 Prozent auf 27.122 Punkten auf Rekordhoch, erstmals seit Juni. Der S&P 500 stieg um 1,5 Prozent auf 7.765 Punkte, der Dow Jones um 0,7 Prozent auf 52.049 Punkte. Chipwerte führten: AMD erreichte erstmals einen Börsenwert von einer Billion Dollar, Intel legte zweistellig zu. Meta verbuchte vor seiner Entwicklerkonferenz den stärksten Tag seit mehr als einem Jahr. Chicago-Fed-Präsident Austan Goolsbee dämpfte die Stimmung etwas: Die Inflation werde zunehmend von der Nachfrage getrieben.
In Asien setzten sich die Gewinne fort. Der südkoreanische Kospi stieg im frühen Handel um 1,6 Prozent, der Hang Seng in Hongkong um 0,6 Prozent und der Shanghai Composite um 0,4 Prozent. Die Börse in Tokio bleibt wegen eines Feiertags bis einschließlich Mittwoch geschlossen.
DER AKTIONÄR wird im Laufe des Tages über sämtliche wichtige Entwicklungen und Neuigkeiten an den nationalen und internationalen Märkten berichten.
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