Im leicht positiven Gesamtmarkt tragen die Aktien der Munich Re am Freitagmorgen mit Verlusten von mehr als drei Prozent die rote Laterne. Schuld sind die morgens gelieferten Quartalszahlen. Zwar berichteten die Münchner bereits vorab Eckwerte, doch nun wurde das Umsatzziel für 2026 gekappt.
Kurz und knapp:
• Die Munich-Re-Aktie verliert im positiven Gesamtmarkt mehr als drei Prozent.
• Wegen sinkender Preise in der Rückversicherung wird das Umsatzziel für 2026 um zwei Milliarden Euro gekappt.
• Gewinn, Eigenkapitalrendite, Dividende und Aktienrückkäufe bleiben auf hohem Niveau.
Trotz teils verheerender Waldbrände in Europa profitierte die Munich Re im abgelaufenen Quartal von sehr geringen Großschäden im Schaden- und Unfallgeschäft und glänzenden Geschäften mit Aktien. Unter dem Strich verdiente man dadurch – wie bereits vorab gemeldet – rund 2,2 Milliarden Euro und damit über sechs Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. CEO Christoph Jurecka sieht die Munich Re daher „auf sehr gutem Weg“ zu ihrem geplanten Jahresgewinn von 6,3 Milliarden Euro.
Allerdings wirkt sich der Preisabschwung im Geschäft mit Erstversicherern deutlich aus. Nach weiteren Abschlägen bei der jüngsten Vertragserneuerung kappt Jurecka die Umsatzprognose für 2026: In der Rückversicherungssparte dürfte der Umsatz mit 38 Milliarden Euro nun zwei Milliarden niedriger ausfallen als bisher gedacht. Für den gesamten Konzern stellt der Vorstand nun 62 Milliarden statt 64 Milliarden Euro in Aussicht.
„Auf Geschäfte, für die wir keine risikoadäquaten Preise erhalten, verzichten wir bewusst“, sagte der Manager bei der Vorlage der Quartalsbilanz am Freitag. Bereinigt um Inflation und veränderte Risiken musste die Munich Re bei der jüngsten Vertragserneuerung im Juli einen Preisrückgang von 5,5 Prozent hinnehmen. Daher fuhr sie ihr Geschäftsvolumen um 9,1 Prozent zurück.
Die Rückversicherung bleibt mit einer Eigenkapitalrendite von 23,0 Prozent im ersten Quartal hochprofitabel. An der sehr stabilen Dividende und den Aktienrückkäufen dürfte sich absehbar ebenfalls nichts ändern. Der Wind für die Munich Re wird rauer, aber der Konzern bleibt sehr solide finanziert und sollte absehbar eine attraktive Dividendenperle am deutschen Aktienmarkt bleiben. Investierte Anleger bleiben somit an Bord.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Munich Re.
Der Autor hält unmittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Munich Re.
Enthält Material von dpa-AFX
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