Die Aktie von Munich Re war am Dienstag mit einem Plus von 1,1 Prozent der stärkste Gewinner im DAX. Rückenwind lieferte unter anderem der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV). Demnach dürfen die Versicherer und Rückversicherer auf ein mildes Schadenjahr hoffen.
- Munich Re war mit einem Plus von 1,1 Prozent der stärkste DAX-Gewinner.
- Einer der Gründe: Die Naturgefahrenschäden lagen in Deutschland im ersten Halbjahr nur bei rund 950 Millionen Euro.
- Langfristig steigen die Elementarschäden hingegen deutlich.
Die aktuelle Naturgefahren-Bilanz des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft sorgt für Erleichterung bei den Versicherern und vor allem bei den Rückversicherern. Demnach waren die Schäden im ersten Halbjahr 2026 vergleichsweise niedrig.
Nach Angaben des GDV beliefen sich die versicherten Schäden auf rund 950 Millionen Euro. Das sei für ein erstes Halbjahr vergleichsweise wenig, erklärte Jörg Asmussen, Hauptgeschäftsführer des GDV. Vor allem größere Winterstürme seien ausgeblieben.
Auf Sturm und Hagel entfielen im ersten Halbjahr rund 400 Millionen Euro an versicherten Sachschäden. Weitere Elementargefahren – darunter Starkregen und Überschwemmungen – verursachten rund 200 Millionen Euro. Damit verdoppelten sich diese Schäden im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.
In der Kraftfahrtversicherung lag der Schadenaufwand durch Naturgefahren bei rund 350 Millionen Euro. Insgesamt bewegte sich die Schadenbilanz damit auf dem Niveau des ersten Halbjahres 2025. Damals entfielen in der Sachversicherung rund 500 Millionen Euro auf Sturm und Hagel sowie 100 Millionen Euro auf weitere Elementargefahren. In der Kraftfahrtversicherung wurden ebenfalls rund 350 Millionen Euro verzeichnet.
Die kurzfristig niedrige Schadenbilanz darf allerdings nicht über den langfristigen Trend hinwegtäuschen. Das Zehnjahresmittel der Elementarschäden in der Sachversicherung ist laut GDV von rund 1,4 Milliarden Euro im Zeitraum 2000 bis 2009 auf rund 2,4 Milliarden Euro im Zeitraum 2016 bis 2025 gestiegen.
Für das Gesamtjahr 2026 rechnet der GDV bei Sturm und Hagel einschließlich der landwirtschaftlichen Pflanzenversicherung mit Schäden von rund zwei Milliarden Euro. Auf Basis des heutigen Versicherungsbestands und Preisniveaus wären in einem durchschnittlichen Gesamtjahr hingegen rund 3,1 Milliarden Euro zu erwarten.
Bei weiteren Elementargefahren erwartet der Verband für 2026 Schäden von rund einer Milliarde Euro. Der langjährige Durchschnitt liegt bei rund 1,8 Milliarden Euro.
Für Rückversicherer wie Munich Re sind Naturkatastrophen ein zweischneidiges Thema. Eine niedrige Schadenbilanz kann kurzfristig die Ergebniserwartungen stützen. Gleichzeitig unterstreicht der langfristige Anstieg der Schäden die Bedeutung angemessener Prämien und einer konsequenten Risikoselektion.
Naturkatastrophen sind vor allem für die Rückversicherer wichtig. Die GDV-Meldung dürfte daher maßgeblich dazu beigetragen haben, dass der DAX-Spitzenplatz heute an Munich Re ging. Angesichts des langfristigen Trends ist die Gefahr zudem gering, dass sich durch das milde Halbjahr der Bedarf an Versicherungen gegen Naturkatastrophen abschwächt. Das Umfeld für Munich Re dürfte daher auch mittel- bis langfristig positiv bleiben. Investierte Anleger bleiben bei Munich Re auf jeden Fall an Bord. Auch Neueinsteiger können zugreifen.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Munich Re.
Heute, 18:51
Bei Google bevorzugen