Im globalen Rückversicherungsmarkt steckt so viel Kapital wie nie zuvor. Das zeigt eine aktuelle Branchenstudie. Gleichzeitig sinkt der Anteil, der für Katastrophenrisiken eingesetzt wird. Das stärkt die Widerstandsfähigkeit der Branche – und ist insbesondere für Weltmarktführer Munich Re ein gutes Zeichen.
- Die Rückversicherungsbranche sitzt auf historisch hohen Kapitalbeständen.
- Allein 2025 steigerte die Branche die Kapitalausstattung um 56 Milliarden Dollar.
- Weltmarktführer Munich Re gehört zu den großen Profiteuren des günstigen Marktumfelds.
Der globale Rückversicherungsmarkt ist mit einer historisch komfortablen Kapitalausstattung in das Jahr 2026 gestartet. Nach einer Analyse der Ratingagentur AM Best und des Rückversicherungsmaklers Guy Carpenter belief sich das weltweit verfügbare Rückversicherungskapital Ende 2025 auf 663 Milliarden Dollar. Ein Jahr zuvor waren es noch 607 Milliarden Dollar.
Dabei legte sowohl das traditionelle Rückversicherungskapital als auch das Kapital von Drittanbietern zu. Das klassische Kapital stieg von 500 auf 540 Milliarden Dollar, während sogenannte Insurance-Linked Securities und andere alternative Kapitalquellen von 107 auf 123 Milliarden Dollar wuchsen.
Bemerkenswert ist, dass die Kapitalbasis deutlich schneller wächst als die Risiken. Die modellierten maximalen Schadenssummen aus Naturkatastrophen, die sogenannten Probable Maximum Losses, blieben 2025 weitgehend stabil. Dadurch sank die Kapitalauslastung der traditionellen Rückversicherer von 85 auf 77 Prozent. Für 2026 erwartet AM Best einen weiteren Rückgang auf 72 Prozent.
Für die Branche bedeutet das größere finanzielle Puffer. Rückversicherer können hohe Schäden und Marktverwerfungen leichter abfedern, zusätzliche Risiken zeichnen, in Spezialversicherer investieren oder Kapital an die Aktionäre zurückgeben. Gleichzeitig bleibt die Disziplin bei der Preisgestaltung entscheidend, denn überschüssiges Kapital kann den Wettbewerb verschärfen und damit auf die Margen drücken.
Munich Re gehört zu den großen Profiteuren des günstigen Marktumfelds. Zwar haben sich die außergewöhnlich hohen Margen nach dem Marktumschwung im Jahr 2023 normalisiert. Die Renditen liegen laut AM Best jedoch weiterhin klar über den Kapitalkosten der Branche. Das schafft attraktiven Spielraum für Dividenden, Aktienrückkäufe und gezielte Investitionen – ohne die finanzielle Stabilität zu gefährden.
Der Rückversicherungsmarkt ist so robust kapitalisiert wie nie. Für Munich Re bleiben die Rahmenbedingungen damit grundsätzlich attraktiv. Die Aktie ist eine laufende Empfehlung und bleibt es auch.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Munich Re.
Heute, 08:01
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