Während Volkswagen, Mercedes-Benz und BMW mit einem schwierigen Marktumfeld kämpfen, zieht ein anderer Autobauer in den USA davon. Hyundai Motor hat seinen Marktanteil seit 2020 stärker ausgebaut als jeder andere große Hersteller. Jetzt will der Konzern das Wachstum mit Milliardeninvestitionen weiter beschleunigen.
- Hyundai Motor Group steigerte den US-Marktanteil seit 2020 von 8,4 auf 11,8 Prozent.
- Eine neue Fabrik in Georgia soll die Produktion bis 2028 auf bis zu 800.000 Fahrzeuge erhöhen.
- Mit Hyundai, Kia und Genesis deckt der Konzern inzwischen nahezu das gesamte Preisspektrum ab.
Der US-Automarkt gilt als hartes Pflaster – das bekommen derzeit vor allem VW und Mercedes-Benz zu spüren, bei denen das Geschäft seit Monaten eher schleppend läuft. Umso beachtlicher ist der Erfolg der Hyundai Motor Group: Der südkoreanische Konzern, zu dem neben Hyundai auch Kia und die Premiummarke Genesis gehören, hat in den USA in den vergangenen Jahren kräftig zugelegt.
Nach Daten von Mobility Global kletterte der gemeinsame Marktanteil in den USA von 8,4 Prozent im Jahr 2020 auf 11,2 Prozent im vergangenen Jahr. Im ersten Halbjahr 2026 waren es bereits 11,8 Prozent. Gleichzeitig stieg der Absatz seit 2020 um rund 50 Prozent.
Damit ist Hyundai Motor Group inzwischen der viertgrößte Autobauer auf dem US-Markt. Beim Zugewinn an Marktanteilen hängt der Konzern die Konkurrenz klar ab. Tesla kommt laut Mobility Global als einziger großer Hersteller in die Nähe.
Auch an der Börse ist die Entwicklung nicht unbemerkt geblieben. Die Aktie von Hyundai Motor hat seit 2020 rund 250 Prozent zugelegt.
Milliarden für den US-Markt
Damit soll es nicht getan sein. Hyundai plant bis 2028 Investitionen von rund 26 Milliarden Dollar in den USA. Ein zentraler Baustein ist das neue Werk in Georgia.
Die sogenannte Metaplant soll zunächst eine Kapazität von 500.000 Fahrzeugen erreichen. Konzernchef José Muñoz erwägt jedoch bereits eine Ausweitung auf 700.000 bis 800.000 Fahrzeuge pro Jahr bis 2028.
Produziert werden dort unter anderem der elektrische Ioniq 5 und Ioniq 9 von Hyundai sowie der Kia Sportage Hybrid. Weitere Modelle sollen folgen.
Der Ausbau hat einen klaren Hintergrund: Hyundai will künftig deutlich mehr Fahrzeuge direkt in den USA bauen. Bis Ende des Jahrzehnts sollen mindestens 80 Prozent der in den Vereinigten Staaten verkauften Autos aus lokaler Produktion stammen. 2024 lag dieser Anteil noch bei rund 40 Prozent.
Auch die US-Zölle spielen dabei eine Rolle. Nach Angaben von Muñoz beschleunigen die Abgaben auf importierte Fahrzeuge den ohnehin geplanten Ausbau der lokalen Produktion.
Modelloffensive geplant
Hyundai will das Modellangebot in den kommenden Jahren deutlich ausweiten. Bis 2030 sind mehr als 100 neue Modelle und Modellüberarbeitungen für Hyundai und Genesis geplant. 58 davon sollen auf den nordamerikanischen Markt entfallen. Dagegen hat Mercedes-Benz bereits im vergangenen Jahr die größte Modelloffensive der Unternehmensgeschichte gestartet und will binnen drei Jahren 40 neue Modelle auf die Straße bringen.
Für Hyundai scheint die Rechnung bislang aufzugehen. Während die deutschen Autobauer in den USA und anderen wichtigen Märkten mit Absatzproblemen, hohen Kosten und dem schwierigen Elektroauto-Markt kämpfen, gewinnt Hyundai kontinuierlich Marktanteile. Dennoch steht die Hyundai-Aktie aktuell nicht auf der Empfehlungsliste des AKTIONÄR. Bei den deutschen Autobauern ist BMW derzeit am aussichtsreichsten.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Mercedes-Benz, Volkswagen Vz..
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