Die Profitabilität und der Free Cashflow von Mercedes-Benz dürften besser ausfallen, als bislang vom Markt erwartet wird. So zumindest hat sich Tom Narayan von der RBC positioniert. Der Markt geht davon aus, dass das Wachstum im Van-Segment am oberen Rand der avisierten Spanne von 8 bis 10 Prozent liegen wird. Die Marge im Autogeschäft soll sich innerhalb der Prognosespanne von drei bis fünf Prozent einpendeln. Mercedes-Benz wird seine Q2-Zahlen am 28. Juli vorlegen.
Im Vorfeld der Q2-Zahlen ließ das Analysehaus Bernstein Research die Aktie von Mercedes-Benz auf "Market-Perform" mit einem Kursziel von 61 Euro. Im Pre-Close-Call zu Beginn der Handselswoche habe der Autobauer eine willkommene Portion Zuversicht geliefert, schrieb Analyst Stephen Reitman. So dürfte die bereinigte Umsatzrendite im Pkw-Segment innerhalb der Jahreszielspanne liegen und die bereinigte Umsatzrendite im Segment Vans sollte sich am oberen Ende der Spanne bewegen. Auch der industrielle Free Cashflow dürfte im zweiten Quartal positiv ausfallen, wenn auch nicht so stark wie im ersten Quartal.
"Mercedes hat wertvolle Marken wie AMG, G-Klasse, Maybach und ein interessantes Van-Programm und jetzt mit der A-Klasse auch wieder im Einstiegssegment. Das stabilisiert."
„Luxus pur war nicht erfolgreich, aber Källenius ist jemand, der schnell gegensteuern kann und das hat er getan. Das gleiche gilt für Electric only. Mercedes hat wertvolle Marken wie AMG, G-Klasse, Maybach und ein interessantes Van-Programm und jetzt mit der A-Klasse auch wieder im Einstiegssegment. Das stabilisiert. Zum zweiten sind die Fixkosten deutlich reduziert worden. Das hilft auch. Zusätzlich hat Mercedes gegenüber anderen Premiumherstellern ein Vertriebssystem, das sich nicht durch hohe Nachlässe speist. Mit Källenius ist Mercedes flexibler und anpassungsfähiger geworden. Das sind gute Voraussetzungen. Der neue CLA hat sehr gut gepunktet. Also es geht in die richtige Richtung, aber eben nicht über Nacht“, sagt Auto-Experte Ferdinand Dudenhöffer vom CAR-Institut gegenüber DER AKTIONÄR.
Mercedes-Benz hat die Luxus-Strategie aufgegeben und die Electric Only-Strategie beerdigt. Die Kosten wurden deutlich nach unten angepasst. Probleme bereitet allerdings nach wie vor der wichtigste Absatzmarkt der Welt China. Hier sind die Verkaufszahlen weiterhin im freien Fall. Auch in Europa drohen Marktanteilverluste. BYD, Xpeng, Nio punkten auch hier mit ihren innovativen Stromern. Auch wenn die Bewertungsmultiplen der Mercedes-Benz-Aktie optisch günstig erscheinen (KGV, KUV), wartne Anleger ab. DER AKTIONÄR bevorzugt im Automobil-Segment die Aktie der Porsche AG. Hier ist der Turnaround bereits am besten sichtbar. Der neue CEO Michael Leiters hat verschiedene Maßnahmen eingeleitet, um den Luxusauto-Hersteller wieder in die Spur zu bringen.
Enthält Material von dpa-AFX
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