Das US-Militär hat erneut Ziele im Iran angegriffen. Nach Medienberichten wurden Brücken sowie ein Flughafen bombardiert. Mit den Angriffen auf Brücken sollten Nachschubwege zu einem iranischen Marinestützpunkt an der Straße von Hormus unterbrochen werden, berichtete das "Wall Street Journal" unter Berufung auf einen US-Beamten.
Der Iran reagierte mit erneuten Vergeltungsschlägen gegen Ziele in den mit Washington verbündeten Golfstaaten Kuwait, Bahrain und Katar. Nach Angaben des iranischen Senders Press TV kamen bei Angriffen auf Straßen und Brücken nahe Bandar Chamir mindestens sieben Menschen ums Leben, neun weitere wurden verletzt. Irans UN-Botschafter sprach von Kriegsverbrechen durch Angriffe auf zivile Infrastruktur. Das US-Militär erklärte dagegen, Dutzende "militärische Ziele" wie Flugabwehrsysteme und Radaranlagen mit Präzisionsmunition getroffen zu haben. Das zuständige Regionalkommando Centcom erklärte, Ziel sei gewesen, "die militärischen Fähigkeiten des Irans weiter zu schwächen".
Nach iranischen Angaben wurde auch der Flughafen in Iranschahr getroffen. Brände seien inzwischen gelöscht, die Stromversorgung des Flughafens jedoch unterbrochen. Tote habe es dort nicht gegeben.
Der Iran meldete anschließend Vergeltungsschläge gegen US-Ziele in Bahrain. In Kuwait war die Flugabwehr wegen Raketen- und Drohnenbeschusses im Einsatz. In Katar wurde nach Angaben des Innenministeriums ein Kind durch Trümmerteile verletzt.
US-Präsident Donald Trump sagte in einer Ansprache, im Iran erziele man "große Erfolge, und Sie werden die Früchte dieser Arbeit schon sehr, sehr bald sehen." Bereits am Mittwoch hatte er dem Iran weitere Angriffe auf zivile Infrastruktur angedroht. Nächste Woche würden alle Kraftwerke und Brücken zerstört, "es sei denn, sie kommen an den Verhandlungstisch und verhandeln", sagte er Fox News.
Der iranische Parlamentspräsident Mohammed Bagher Ghalibaf bekräftigte den Anspruch seines Landes auf die Kontrolle über die Straße von Hormus, ließ zugleich aber die Möglichkeit neuer Verhandlungen offen. US-Regierungssprecherin Karoline Leavitt erklärte, Teheran stehe weiterhin in Kontakt mit Washington. "Der Iran steht nach wie vor in engem Austausch mit den Vereinigten Staaten von Amerika", sagte sie.
Parallel verschärfen die USA ihre Seeblockade gegen iranische Häfen. Nach Angaben des US-Militärs wurden seit Beginn der Maßnahmen in dieser Woche drei Schiffe umgeleitet und ein weiteres außer Gefecht gesetzt.
Im Zuge der jüngsten Militäraktionen wurde die Straße von Hormus wieder gesperrt. Dadurch fehlt am Ölmarkt praktisch vorerst wieder knapp ein Fünftel der täglich benötigten Menge. Dementsprechend verharren die Preise für WTI und Brent mit 79 Dollar beziehungsweise sogar 85 Dollar auf einem anhaltend hohen Niveau. Dies wiederum ermöglicht es Energiekonzernen wie Eni, Tag für Tag satte Gewinne zu scheffeln. Die mit einem KGV von 8 günstig bewertete Dividendenperle bleibt nach wie vor ein klarer Kauf (Stoppkurs: 17,50 Euro).
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