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Krieg im Iran: Sorgen um die Straße von Hormus

Krieg im Iran: Sorgen um die Straße von Hormus
Foto: NASA/picture alliance/dpa
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Thorsten Küfner Heute, 06:58 Thorsten Küfner
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Ungeachtet der jüngsten militärischen Auseinandersetzungen zwischen den USA und dem Iran im Streit um die Straße von Hormus wird hinter den Kulissen weiter nach einer diplomatischen Lösung gesucht. So hieß es nun aus Washington, dass die Gespräche zwischen den beiden Konfliktparteien trotz der Eskalation noch nicht abgebrochen seien.

Kurzzusammenfassung

• Die USA und der Iran setzen ihre militärischen Auseinandersetzungen fort, gleichzeitig laufen über Vermittler wie Katar und Pakistan weiterhin diplomatische Gespräche über eine Deeskalation und ein mögliches Atomabkommen.

• Die Straße von Hormus bleibt der wichtigste strategische Hebel des Iran. Angriffe auf den Schiffsverkehr und die angespannte Sicherheitslage belasten den globalen Handel und treiben die Ölpreise.

• Für Anleger bleiben Energiekonzerne von den hohen Ölpreisen begünstigt. Gerade Eni ist diesbezüglich eine gute Wahl


"Die Vereinigten Staaten setzen sich weiterhin für eine Lösung ein, und die technischen Gespräche laufen weiter", sagte ein US-Regierungsbeamter der Deutschen Presse-Agentur. Nach einem Bericht des US-Portals "Axios" versuchen Katar, Pakistan und weitere Staaten der Region derzeit, beide Seiten wieder an den Verhandlungstisch zu bringen und den Prozess für ein neues Atomabkommen fortzusetzen.

Auslöser der jüngsten Spannungen waren mehrere Luftangriffe der USA auf iranische Ziele. Die US-Regierung machte den Iran zuvor für Angriffe auf Handelsschiffe in der Straße von Hormus verantwortlich und rechtfertigte damit das militärische Vorgehen. Teheran reagierte mit Gegenschlägen. Davon betroffen waren auch Kuwait, Bahrain und Jordanien, wo wichtige US-Stützpunkte stationiert sind.

Nach Einschätzung der US-Regierung hat die iranische Führung mit ihrem Vorgehen gegen das im Juni vereinbarte Rahmenabkommen verstoßen. Der US-Beamte sprach von einem Verstoß "inakzeptablen Ausmaßes". Gleichzeitig verschärfte Präsident Donald Trump den Ton gegenüber Teheran und drohte mit weiteren schweren Militärschlägen, sollten erneut Schiffe in der Straße von Hormus angegriffen werden. Bereits beim Nato-Gipfel hatte er Zweifel daran erkennen lassen, dass die Waffenruhe Bestand haben oder die Verhandlungen fortgeführt werden könnten. "Ich denke, es ist vorbei", sagte er.

Nach Informationen von "Axios" vermuten die internationalen Vermittler jedoch, dass die jüngsten Angriffe nicht von der gesamten iranischen Staatsführung getragen wurden. Stattdessen sollen Kräfte innerhalb des Machtapparats verantwortlich sein, die das Rahmenabkommen ablehnen und einen diplomatischen Kurswechsel verhindern wollen.

Wird die Straße von Hormus wieder blockiert?

Für den Iran bleibt die Straße von Hormus der wichtigste Hebel, um wirtschaftlichen und militärischen Druck auszuüben. Gleichzeitig ist die Wiederfreigabe der Meerenge ein zentraler Bestandteil der bestehenden Vereinbarungen. Die iranische Militärführung beansprucht jedoch weiterhin die alleinige Kontrolle über das Gebiet. Der Schiffsverkehr ist dort nach wie vor erheblich eingeschränkt. Eine Aufgabe der eigenen Position komme für Teheran nicht infrage. Aus Sicht Teherans sei eine Kapitulation "keine realistische Option", schrieb der israelische Iran-Experte Danny Citrinowicz auf X.

Citrinowicz geht zudem davon aus, dass der Iran weiterhin über verschiedene Möglichkeiten verfügt, den Konflikt auszuweiten. Dazu zähle insbesondere zusätzlicher Druck auf den Schiffsverkehr im Roten Meer sowie rund um die Meerenge Bab al-Mandab. Die bisherigen Störungen wichtiger Handelsrouten hätten bereits zu höheren Ölpreisen geführt. Aus iranischer Sicht könnten die Energiemärkte deshalb auch künftig als wirksames Druckmittel dienen. Es sei kaum anzunehmen, dass Teheran freiwillig auf diesen Einfluss verzichten werde.

Vor diesem Hintergrund stehe Washington "vor einer schwierigen strategischen Entscheidung", schrieb Citrinowicz. Die USA müssten entweder an ihrem bisherigen Kurs festhalten und damit eine weitere Zuspitzung des Konflikts sowie neue Turbulenzen auf den Energiemärkten in Kauf nehmen. Alternativ könnten sie den diplomatischen Weg erneut einschlagen und sicherheitspolitische Streitpunkte in getrennten Verhandlungsformaten behandeln.

Eni (WKN: 897791)

Die Ölpreise korrigierten zuletzt wieder etwas, verharren aber immer noch auf einem relativ hohen Niveau. Davon profitieren natürlich sämtliche Energiekonzerne rund um den Globus, besonders jene, die wie der italienische Konzern Eni nicht im Nahen Osten aktiv sind. Die immer noch günstig bewertete Dividendenperle bleibt attraktiv. Der Stoppkurs kann vorerst noch bei 16,50 Euro belassen werden. 

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