Die Spannungen im Nahen Osten verschärfen sich erneut. Nach Berichten über neue Drohnenangriffe in der Golfregion wächst die Sorge, dass die fragile Waffenruhe zwischen dem Iran auf der einen sowie den USA und Israel auf der anderen Seite endgültig scheitern könnte. Saudi-Arabien teilte mit, am Sonntagmorgen drei Drohnen aus dem Iran abgefangen zu haben.
Bereits zuvor hatten die Vereinigten Arabischen Emirate mehrere Angriffe mit Drohnen gemeldet. Zwei der Flugobjekte seien zerstört worden, eine weitere Drohne habe außerhalb des inneren Sicherheitsbereichs des Atomkraftwerks Baraka einen Stromgenerator getroffen. Auch aufgrund dessen sind die Ölpreise zuletzt wieder gestiegen. Aktuell kosten die beiden Ölsorten Brent und WTI jeweils mehr als 100 Dollar pro Barrel.
Die ohnehin angespannte Lage wird zusätzlich durch die scharfen Drohungen von US-Präsident Donald Trump angeheizt. Auf seiner Plattform Truth Social warnte er den Iran vor einem erneuten militärischen Vorgehen. "Für den Iran tickt die Uhr, und sie sollten sich besser SCHNELL bewegen, sonst wird von ihnen nichts mehr übrig bleiben", schrieb Trump. Zudem erklärte er: "DIE ZEIT DRÄNGT!"
Auch hinter den Kulissen laufen offenbar bereits neue Vorbereitungen. Laut US-Medien will Trump in den kommenden Tagen mit seinem nationalen Sicherheitsteam im streng gesicherten „Situation Room“ des Weißen Hauses mögliche militärische Optionen beraten. Das Nachrichtenportal „Axios“ berichtete unter Berufung auf US-Regierungsvertreter, dass verschiedene Szenarien für neue Angriffe inzwischen wieder geprüft würden.
Trump machte zugleich deutlich, dass Washington weiterhin auf eine diplomatische Lösung drängt – allerdings zu amerikanischen Bedingungen. Gegenüber „Axios“ erklärte er nach einem Telefoninterview, der Iran werde „viel härter“ getroffen als bislang, falls Teheran keinen besseren Vorschlag für eine Beilegung des Konflikts vorlege. "Wir wollen ein Abkommen schließen. Sie sind noch nicht da, wo wir sie haben wollen. Sie müssen dorthin gelangen, sonst werden sie hart getroffen, und das wollen sie nicht", sagte Trump.
Auch Israel bereitet sich offenbar zunehmend auf eine erneute Eskalation vor. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu soll laut „Times of Israel“ am Sonntagabend mit Trump über die Möglichkeit einer Wiederaufnahme des Kriegs gesprochen haben. Netanjahu hatte zuvor erklärt: "Unsere Augen sind weit geöffnet in Bezug auf den Iran." Nach Informationen der Zeitung „Jediot Achronot“ wartet die israelische Regierung derzeit auf eine Entscheidung aus Washington.
Diplomatische Fortschritte bleiben bislang aus. Der israelische Iran-Experte Danny Citrinowicz erklärte auf der Plattform X, die Positionen beider Seiten lägen weiterhin weit auseinander und seien „in vielerlei Hinsicht kaum zu überbrücken“. Ein echter diplomatischer Durchbruch sei nur möglich, wenn Washington sich direkter mit den iranischen Forderungen auseinandersetze. Zu den Prioritäten Teherans gehörten weiterhin die Aufhebung der wirtschaftlichen Blockade sowie Gespräche über ein Ende des gesamten Konflikts, bevor überhaupt über das Atomprogramm gesprochen werde.
Die Ölpreise bleiben auf einem sehr hohen Niveau. Davon profitieren natürlich sämtliche Energiekonzerne rund um den Globus, besonders jene, die wie der italienische Konzern Eni nicht im Nahen Osten aktiv sind. Die immer noch günstig bewertete Dividendenperle bleibt attraktiv. Der Stoppkurs kann vorerst noch bei 16,50 Euro belassen werden.
Heute, 06:53