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Commerzbank: Knickt die Bundesregierung jetzt doch ein?

Commerzbank: Knickt die Bundesregierung jetzt doch ein?
Foto: Julia Schwager/Commerzbank; Yuri/iStockPhoto
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Michael Herrmann Heute, 12:35 Michael Herrmann
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Die Bundesregierung hat eine Commerzbank-Übernahme durch die UniCredit stets strikt abgelehnt – zumindest bisher. Nun scheint es aber ein Umdenken zu geben. Laut Bloomberg stellt sich die Regierung nun doch auf mögliche Verhandlungen ein – inklusive konkreter Forderungen an die italienische Großbank.

Kurz und knapp

• Berlin stellte sich nun wohl doch auf Gespräche mit der UniCredit ein.

• Die Regierung bereitet dafür offenbar konkrete Forderungen vor.

• Im Mittelpunkt stehen der Mittelstand, der Standort Frankfurt und die Eigenständigkeit der Aktie.

Die Zeiten der Frontalopposition stehen offenbar vor dem Ende. Wie Bloomberg unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen berichtet, bereitet sich die Bundesregierung nun wohl doch offenbar auf mögliche Gespräche mit der UniCredit über die Zukunft der Commerzbank vor.

Deutschland arbeite aktuell an wesentlichen Forderungen für Verhandlungen mit dem italienischen Finanzkonzern. Offizielle Gespräche seien zwar noch nicht geplant. Es werde jedoch erwartet, dass diese später aufgenommen werden.

Damit zeichnet sich ein bemerkenswerter Kurswechsel ab. Während eine Übernahme der Commerzbank durch UniCredit in Berlin bislang auf entschiedenen Widerstand stieß, scheint sich nun zunehmend die Erkenntnis durchzusetzen, dass die Zeit der kompletten Ablehnung vorbei ist.

Bundeskanzler Friedrich Merz hatte bereits am Mittwoch erklärt, die Bundesregierung werde eine mögliche Fusion nicht verhindern. Die Regierung habe dies auch in der Vergangenheit nicht getan, auch wenn ihm die Vorgehensweise von UniCredit-Chef Andrea Orcel nicht gefalle.

UniCredit hat ihre Position bei der Commerzbank zuletzt deutlich ausgebaut. Bis zum Ende der Annahmefrist am 3. Juli wurden 17,6 Prozent der Commerzbank-Aktien im Rahmen des Übernahmeangebots angedient. Insgesamt kontrolliert die UniCredit rechnerisch 44,4 Prozent der Commerzbank. Über Kaufoptionen haben die Italiener zudem Zugriff auf weitere 3,2 Prozent.

Die Commerzbank erhielt in ihrem Abwehrkampf stets Unterstützung durch den Bund, der noch rund zwölf Prozent an dem Frankfurter Geldhaus hält. Nun aber das Umdenken. Eine zentrale Forderung der Bundesregierung ist laut Bloomberg, dass die Commerzbank ihre Rolle als Unterstützerin des deutschen Mittelstands behält. Dabei geht es insbesondere um das internationale Netzwerk der Bank und ihre Handelsfinanzierungsgeschäfte.

Darüber hinaus könnte Berlin auf einer eigenständigen Börsennotierung der Commerzbank bestehen. Zudem soll Frankfurt nach einer möglichen Übernahme ein wichtiger Standort bleiben. Die Forderungen würden darauf abzielen, den Einfluss und die Bedeutung der Commerzbank innerhalb eines größeren UniCredit-Konzerns möglichst weitgehend zu sichern.

Ob und in welchem Umfang UniCredit auf diese Bedingungen eingehen würde, ist offen. Ebenso unklar ist, wann offizielle Gespräche beginnen und ob am Ende tatsächlich eine einvernehmliche Lösung zwischen den beteiligten Parteien erreicht werden kann. Der Übernahmekrimi geht damit weiter – künftig allerdings vermutlich auch am Verhandlungstisch.

Commerzbank (WKN: CBK100)

Die Berichte über einen Kurswechsel der Bundesregierung sind bemerkenswert. Eine vollständige Blockade einer Übernahme scheint zunehmend unwahrscheinlich. Die bisherige Einschätzung zur Commerzbank-Aktie bleibt daher unverändert: Investierte Anleger bleiben dabei und setzen auf eine Nachbesserung des Angebots durch die UniCredit.

Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Commerzbank.

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