Die Commerzbank muss ihre Hoffnung auf eine bessere Bonitätsbewertung vorerst begraben. S&P senkt den Ratingausblick für das Frankfurter Bankhaus und verweist auf die drohende Integration in den UniCredit-Konzern. Die Aktie des DAX-Konzerns wird davon jedoch kaum belastet.
Kurz und knapp
• S&P senkt den Ratingausblick der Commerzbank auf „stabil“.
• UniCredit hat sich bereits mehr als 47 Prozent gesichert.
• Die Übernahmefantasie bleibt der wichtigste Kurstreiber.
Die Ratingagentur S&P hat den Ausblick für die Commerzbank von „positiv“ auf „stabil“ gesenkt. Als Grund nennen die Experten die drohende Integration in den UniCredit-Konzern.
Bisher wird die Commerzbank mit der Bonitätsstufe „A“ bewertet. Das ist die sechstbeste Ratingnote auf der S&P-Skala. UniCredit liegt mit „A-“ derzeit eine Stufe darunter, verfügt allerdings weiterhin über einen positiven Ausblick. S&P geht davon aus, dass die Commerzbank innerhalb der kommenden zwei Jahre Teil der UniCredit-Gruppe werden könnte.
Mit einem Anteil von mehr als 47 Prozent hat UniCredit ihre Position zuletzt deutlich ausgebaut. Damit ist eine Übernahme wahrscheinlicher geworden, auch wenn dafür noch regulatorische Genehmigungen erforderlich sind. Zudem bleibt offen, wie die Italiener mit dem Management, dem Bund und den Arbeitnehmervertretern zu einer einvernehmlichen Lösung kommen wollen.
Mit einer Integration würde die Commerzbank ihre eigenständigen Risikopuffer verlieren. S&P hält deshalb sogar eine Herabstufung für möglich, sollte die Commerzbank in den UniCredit-Konzern eingegliedert werden und sich die Bonitätsnote der Italiener nicht gleichzeitig verbessern.
Allerdings macht die Ratingagentur UniCredit auch Hoffnung. Sollte die Übernahme gelingen, könnte die italienische Großbank künftig bis zu zwei Stufen besser bewertet werden als Italien. Das Land verfügt aktuell über die Note „BBB+“.
Für Anleger spielt der gesenkte Ausblick jedoch kaum eine Rolle. Die Einschätzung zur Commerzbank-Aktie bleibt unverändert – ebenso wie die Hoffnung auf eine Nachbesserung des bisherigen Angebots.
Der gesenkte Ratingausblick ist für die Commerzbank ein kleiner Dämpfer. Für die Aktie ist er nur eine Randnotiz. Das dominierende Thema ist weiterhin der Übernahmekrimi mit der UniCredit. Entscheidend sind der weitere Verlauf des Abwehrkampfs und die Aussicht auf ein verbessertes Angebot. Die AKTIONÄR-Einschätzung bleibt unverändert: Investierte Anleger bleiben dabei und setzen auf eine Nachbesserung durch die UniCredit.
FAQs zur Commerzbank
Was macht die Commerzbank?
Die Commerzbank ist eine der führenden Banken in Deutschland. Sie betreut Privatkunden, Firmenkunden und institutionelle Investoren. Nach der Deutschen Bank ist die Commerzbank die zweitgrößte börsengelistete Bank Deutschlands.
Ist die Commerzbank-Aktie im DAX gelistet?
Ja, die Commerzbank-Aktie ist im DAX gelistet und zählt damit zu den wichtigsten börsennotierten Unternehmen in Deutschland.
Zahlt die Commerzbank eine Dividende?
Ja, die Commerzbank zahlt grundsätzlich eine Dividende. Die Höhe hängt von der Geschäftsentwicklung, der Kapitalausstattung und den Beschlüssen von Vorstand, Aufsichtsrat und Hauptversammlung ab. In den vergangenen Jahren wurde sie mehrfach kräftig erhöht. Für das Geschäftsjahr 2025 wurden 1,10 Euro je Aktie gezahlt.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Commerzbank.
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