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Commerzbank: Orlopp bleibt standhaft

Commerzbank: Orlopp bleibt standhaft
Foto: Ulrich-Baumgarten/picture alliance/dpa
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Michael Herrmann Heute, 07:40 Michael Herrmann
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Commerzbank-Chefin Bettina Orlopp denkt trotz des massiven Anteilsaufbaus von UniCredit nicht an Rückzug. Zugleich signalisiert sie Gesprächsbereitschaft mit Andrea Orcel. Der Betriebsrat verharrt unterdessen in Fundamentalopposition. Von der Staatsanwaltschaft gibt es dagegen Entwarnung für die UniCredit.

Kurz und knapp

• Orlopp schließt einen Rücktritt aus.

• Der Betriebsrat warnt weiter vor einer Übernahme.

• Die Staatsanwaltschaft sieht keine Anzeichen für Marktmanipulation der UniCredit.

Bettina Orlopp schließt einen Rücktritt von der Commerzbank-Spitze trotz des wachsenden Drucks durch die UniCredit aus. „Solange ich das Vertrauen vom Aufsichtsrat, von den Mitarbeitenden und von den Kunden habe, stellt sich diese Frage für mich nicht“, sagte sie der FAZ. Ihr Vertrag laufe bis 2029.

Gleichzeitig bekräftigte Orlopp ihre Gesprächsbereitschaft mit UniCredit-Chef Andrea Orcel. Es gelte, „Instabilität zu vermeiden“. Dem Vernehmen nach könnte es nach dem jüngsten Anteilsaufbau der Italiener bald zu einem erneuten Austausch kommen.

Die UniCredit hat inzwischen Zugriff auf 47,6 Prozent der Commerzbank-Aktien. Auf einer Hauptversammlung könnten daraus sogar 49,65 Prozent der Stimmrechte werden, weil eigene Aktien der Commerzbank nicht stimmberechtigt sind.

Die Italiener sprechen von einem weiteren Schritt zur Umsetzung ihres strategischen Investments und gaben sich zuletzt versöhnlicher: Man wolle mit allen relevanten Interessengruppen ins Gespräch kommen.

Orlopp machte aber klar, dass sie nicht allein der UniCredit verpflichtet ist. Solange es keinen Beherrschungsvertrag, keine Verschmelzung und keinen Squeeze-out gebe, müsse sie unabhängig handeln und Minderheitsaktionäre schützen. Für einen Beherrschungsvertrag bräuchte UniCredit 75 Prozent der Stimmen auf der Hauptversammlung. Davon sind die Mailänder noch weit entfernt.

Auch eine schnelle Integration wäre schwierig. Orlopp betonte, strukturelle Maßnahmen und qualifizierte Mehrheiten seien nötig, um die von UniCredit in Aussicht gestellten Synergien zu heben. Zudem könne eine Integration ohne die Arbeitnehmervertreter nicht funktionieren.

Gerade der Betriebsrat hält an seiner Fundamentalopposition fest. Ein Zusammenschluss sei kein Beitrag zu einer europäischen Bankenunion, heißt es laut Reuters in einem Schreiben an die Belegschaft. Andrea Orcels Kurs liege weder im Interesse der Beschäftigten der Commerzbank noch der HypoVereinsbank.

Nach Informationen der Süddeutschen Zeitung könnten die Arbeitnehmervertreter ihre konstruktive Zusammenarbeit mit dem Vorstand aufkündigen, sobald die UniCredit formal die Kontrolle übernimmt. Das könnte Streiks und weitere Maßnahmen nach sich ziehen und eine Integration erschweren.

Vor weiteren Aktienkäufen muss die UniCredit zudem auf grünes Licht der EZB warten. Widerstand von dort gilt allerdings als eher unwahrscheinlich, da die Notenbank die europäische Bankenkonsolidierung grundsätzlich unterstützt. Dennoch wird eine Prüfung vermutlich mehrere Monate dauern.

Entwarnung gibt es für die UniCredit bei einem anderen Thema: Die Staatsanwaltschaft Frankfurt nimmt nach Angaben von Betriebsratschef Sascha Uebel kein Ermittlungsverfahren wegen Marktmanipulation auf.

Commerzbank (WKN: CBK100)

Alle Parteien beharren nach außen auf ihren Standpunkten. Angesichts dessen, dass die UniCredit nun fast die Hälfte der Stimmrechte kontrolliert, muss nun aber fast zwangsläufig neue Bewegung ins Spiel kommen. Für Anleger bleibt die Hoffnung auf ein höheres Angebot intakt. Investierte bleiben dabei.

Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Commerzbank.

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