Im Übernahmekampf um die Commerzbank steht der nächste wichtige Termin an. Nach dem Ablauf der UniCredit-Offerte wollen die Italiener morgen offenlegen, wie groß ihr Zugriff auf das Frankfurter Institut inzwischen ist. Anleger blicken gespannt auf die Beteiligungsquote.
Das Wichtigste kurz und knapp
• Die UniCredit wird morgen über ihre Beteiligungshöhe informieren.
• UniCredit dürfte 42 bis 45 Prozent der Commerzbank kontrollieren.
• Der Abschluss einer Übernahme wäre frühestens 2027 zu erwarten.
Nach dem Ablauf der Tauschofferte am 3. Juli tritt der Übernahmekampf um die Commerzbank in die nächste Phase. Morgen dürfte Klarheit darüber herrschen, wie groß der Anteil der UniCredit an dem Frankfurter Bankhaus inzwischen tatsächlich ist.
Endgültige Zahlen hat die italienische Großbank bislang noch nicht gemeldet. Beobachter gehen jedoch davon aus, dass die HVB-Mutter inzwischen zwischen 42 und 45 Prozent an der Commerzbank hält. Das wäre bereits genug, um erheblichen Druck auf Strategie, Führung und Aufsichtsrat auszuüben.
Für die Commerzbank könnte die Lage damit unangenehmer werden. Denn mit einer Beteiligung in dieser Größenordnung hätte UniCredit zwar noch keine vollzogene Übernahme erreicht. Der Einfluss auf zentrale Entscheidungen dürfte aber deutlich steigen.
Eine rechnerische Kontrollmehrheit wäre ohnehin nicht mit einem schnellen Vollzug gleichzusetzen. Laut den Angebotsunterlagen rechnet UniCredit selbst erst 2027 mit einem Abschluss, spätestens zum 2. Juli 2027. Vorher müssten noch mehrere regulatorische Genehmigungen eingeholt werden.
Dazu zählen unter anderem die Zustimmung der Europäischen Zentralbank sowie kartellrechtliche Freigaben. Der Prozess dürfte sich entsprechend hinziehen.
Für Anleger ist der Übernahmepoker unverändert ein wichtiger Kurstreiber, kurzfristige Gewissheit über den Ausgang ist aber nicht zu erwarten – auch nicht, wenn morgen Klarheit über die genaue Beteiligungshöhe der UniCredit herrschen wird.
Größere Überraschungen bei den nun erwarteten Zahlen sind ohnehin unwahrscheinlich. Der Markt hat sich bereits auf eine Beteiligung im Bereich von 42 bis 45 Prozent eingestellt. Entscheidend wird daher weniger die exakte Quote sein, sondern wie UniCredit die nächsten Schritte kommuniziert.
Morgen dürfte im Übernahmekampf um die Commerzbank etwas mehr Klarheit herrschen. Am grundsätzlichen Bild ändert das aber wenig: Der Prozess bleibt langwierig, der Druck durch UniCredit hoch. Investierte Anleger halten weiter an der Aktie fest und setzen auf eine Erhöhung des Angebots.
FAQs zur Commerzbank
Was macht die Commerzbank?
Die Commerzbank ist eine der führenden Banken in Deutschland. Sie betreut Privatkunden, Firmenkunden und institutionelle Investoren. Nach der Deutschen Bank ist die Commerzbank die zweitgrößte börsengelistete Bank Deutschlands.
Ist die Commerzbank-Aktie im DAX gelistet?
Ja, die Commerzbank-Aktie ist im DAX gelistet und zählt damit zu den wichtigsten börsennotierten Unternehmen in Deutschland.
Zahlt die Commerzbank eine Dividende?
Ja, die Commerzbank zahlt grundsätzlich eine Dividende. Die Höhe hängt von der Geschäftsentwicklung, der Kapitalausstattung und den Beschlüssen von Vorstand, Aufsichtsrat und Hauptversammlung ab. In den vergangenen Jahren wurde sie mehrfach kräftig erhöht. Für das Geschäftsjahr 2025 wurden 1,10 Euro je Aktie gezahlt.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Commerzbank.
Heute, 14:43