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Top‑Verlierer Infineon: Im Sog von Samsung – Rücksetzer als Chance?

Top‑Verlierer Infineon: Im Sog von Samsung – Rücksetzer als Chance?
Foto: Karl-Josef Hildenbrand/picture alliance/dpa
Infineon Technologies AG -%
Michael Schröder Heute, 15:15 Michael Schröder

Halbleiterwerte erleben einen schwierigen Tag. Die deutliche Schwäche der KI-Werte in Asien sorgt für steigende Verunsicherung. Auslöser waren die Verluste des Schwergewichts Samsung. Die Aktien des Elektronikriesen sind nach der Veröffentlichung von Eckdaten zum zweiten Quartal um knapp sieben Prozent zurückgefallen. Die Infineon-Aktie rutscht in dem schwachen Marktumfeld ebenfalls deutlich ab.

Der südkoreanische Leitindex Kospi, zuletzt zum Sinnbild der KI-Rally, war mit dem Samsung-Kursrutsch zwischenzeitlich bei einem Minus von acht Prozent in eine Handelsunterbrechung gegangen. Am Ende verlor er knapp fünf Prozent.

Die Zahlen von Samsung waren zwar insgesamt recht gut ausgefallen. Doch die Erwartungen waren im Vorfeld so hoch, dass sie kaum noch übertroffen werden konnten. Die insgeheim erhoffte positive Überraschung ist am Ende ausgeblieben. Branchenkenner erklären: Nicht mehr die aktuell starke KI-Nachfrage ist entscheidend, sondern ob das Tempo dynamisch genug bleibt, um die bereits hohen Bewertungen zu rechtfertigen.

Auch die Experten der US-Bank Morgan Stanley bemerken eine Veränderung in der KI-Landschaft. Nicht mehr die Chipwerte als Ausrüster der KI-Welle seien gefragt, sondern eher die sogenannten Hyperscaler – also die Betreiber riesiger Cloud-Rechenzentren.

In dem schwachen Marktumfeld sackt die Infineon-Aktie auf den tiefsten Stand seit Mai. Seit Jahresbeginn summiert sich das Plus für den heimischen Chipriesen aber immer noch auf rund 90 Prozent – die mit Abstand beste Performance aller DAX-Werte.

Langsam, aber sicher werfen auch die nächsten Wasserstandsmeldungen zur operativen Entwicklung ihre Schatten voraus. Zur Vorlage der Quartalszahlen am 5. August dürfte das Management des Halbleiterkonzerns weiter einen positiven Ton mit Blick auf den Geschäftszyklus und das Thema Künstliche Intelligenz anschlagen, so UBS-Analyst Francois-Xavier Bouvignies. Für das zweite Halbjahr prognostiziert er jedoch zunehmende Risiken im Zusammenhang mit den Marktanteilen im Bereich KI sowie anhaltende Herausforderungen in China. Nicht nur, aber auch dort sorgt er sich um das weniger im Fokus stehende Nicht-KI-Geschäft, das im laufenden Jahr 90 Prozent der Erlöse erwirtschaften sollte. Vor diesem Hintergrund hat der Experte seine Einschätzung mit „Neutral“ und einem Kursziel von 61 Euro bestätigt.

Infineon (WKN: 623100)

DER AKTIONÄR hatte zuletzt auf die zunehmende Volatilität und mögliche scharfe Rücksetzer der Infineon-Aktie hingewiesen. Letztere bieten Anlegern aber auch die Möglichkeit, bei dem Titel einen Fuß in die Tür zu bekommen. Denn die Infineon-Aktie bleibt eine attraktive Möglichkeit, mittel- und langfristig von der Erholung des Halbleitermarkts und dem anhaltenden KI-Boom zu profitieren – und der nächste kurzfristige Trendwechsel dürfte nicht lange auf sich warten lassen. Anleger mit Weitblick bleiben vorerst investiert. Einen Ausblick auf die Zahlen gibt es im Vorfeld an dieser Stelle.

(Mit Material von dpa-AFX) 

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