Hohe Kursverluste an der südkoreanischen Börse hinterlassen auch bei DAX und Co ihre Spuren. Investoren strichen in Fernost nach der jüngsten Rallye Gewinne ein. Vor allem die mit Künstlicher Intelligenz verbundenen Titel aus der Halbleiterbranche haben Federn gelassen. Auch die Infineon-Aktie kann sich diesem Trend nicht entziehen.
Der südkoreanische Kospi-Index sackte um gut acht Prozent ab. Zwischenzeitlich wurde der Aktienhandel wegen der großen Kursausschläge unterbrochen. Am Freitag war der Index nach einer im April begonnenen Rallye auf ein Rekordhoch gestiegen, hatte die Gewinne am Ende jedoch nicht halten können. Chipproduzent SK Hynix hatte erst tags zuvor Samsung als wertvollstes börsennotiertes Unternehmen Südkoreas abgelöst. Nun verloren beide zweistellig.
Im DAX zählt daher die Aktie von Infineon zu den größten Verlierern. Auch beim heimischen Chipriesen strichen Investoren erste Gewinne ein, nachdem die Aktie gestern noch deutlich zugelegt und bei 88,83 Euro ein neues Rekordhoch markiert hatte.
Anleger sollten Ruhe bewahren. Nach der jüngsten Rallye kommen zwischenzeitliche Gewinnmitnahmen und damit einhergehende scharfe Korrekturen nicht überraschend.
Die strukturellen Wachstumstreiber sind intakt. Als Chiphersteller ist Infineon in zahlreichen wichtigen Segmenten marktführend positioniert. Derzeit sorgt das boomende Geschäft mit KI-Chips und der Stromversorgung von Rechenzentren für viel Fantasie. Um die steigende Nachfrage bedienen zu können, hat der heimische Chipriese in den vergangenen drei Jahren in Dresden eine neue Fabrik, die Smart Power Fab, errichtet.
Es bleibt dabei: Anleger mit Weitblick halten an ihren Positionen fest. Die DAX-Aktie bleibt eine attraktive Möglichkeit, mittel- und langfristig von der Erholung des Halbleitermarkts und dem anhaltenden KI-Boom zu profitieren. Kurzfristig könnte die Aktie nun aber erneut die 75-Euro-Marke testen.
Spannend wird es dann am Mittwoch, den 24. Juni, wenn Micron Technology seine Bücher öffnet. Die gesamte Chipbranche schaut gespannt nach Idaho. Denn Zahlen und Ausblick des Speicher-Giganten gelten in der Branche als richtungsweisend. Die Erwartungen sind extrem. Mehr dazu hier.
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