Infineon hat dank der boomenden Nachfrage nach Stromchips für KI-Rechenzentren im dritten Geschäftsquartal einen Rekordumsatz erzielt. Zudem sorgten steigende Investitionen in die Netzinfrastruktur für Rückenwind, und auch im wichtigen Automobilgeschäft zogen die Geschäfte an. Die DAX-Aktie bleibt eine attraktive Depotbeimischung und dürfte ihren Aufwärtstrend fortsetzen.
Der Umsatz von Infineon erhöhte sich in den drei Monaten bis Ende Juni um neun Prozent gegenüber dem Vorquartal auf knapp 4,2 Milliarden Euro. Das Segmentergebnis, das die operative Profitabilität misst, stieg um 22 Prozent auf 797 Millionen Euro. Die entsprechende Marge verbesserte sich um zwei Prozentpunkte auf 19,1 Prozent.
Die Analysten hatten im Vorfeld im Durchschnitt lediglich einen Umsatz von gut 4,1 Milliarden Euro erwartet, was einem Wachstum von rund acht Prozent gegenüber dem Vorquartal entsprochen hätte. Bei der Marge des Segmentergebnisses rechneten sie dagegen mit einem deutlicheren Anstieg auf 19,6 Prozent.
Für das vierte Quartal erwartet der Konzern weiterhin deutliche Zuwächse. Bei einem angenommenen EUR/USD-Wechselkurs von 1,15 wird ein Umsatzanstieg von gut 13 Prozent auf etwa 4,7 Milliarden Euro erwartet. Die Segmentergebnis-Marge soll auf etwa 23 Prozent steigen - eine deutliche operative Verbesserung, die Konsensschätzung lag aber sogar bei 23,7 Prozent.
Im Geschäftsjahr 2025/26 geht das Management um Konzernchef Jochen Hanebeck nun von einem Umsatzanstieg von rund elf Prozent gegenüber dem Vorjahr auf etwa 16,3 Milliarden Euro aus. Bislang hatte Hanebeck lediglich einen deutlichen Anstieg in Aussicht gestellt.
Wichtig: Nach dem dritten Quartal zeigt sich der Chiphersteller optimistischer für sein Geschäft mit Stromversorgungslösungen für KI-Rechenzentren. Die Erlöse aus diesem Bereich sollen im Geschäftsjahr 2025/26, das Ende September endet, nun bei mehr als 1,6 Milliarden Euro liegen. Bislang hatte Infineon 1,5 Milliarden Euro in Aussicht gestellt. Zudem will das Unternehmen die Prognose für das kommende Geschäftsjahr „deutlich anheben“. Bislang erwartet Infineon hier Erlöse von 2,5 Milliarden Euro.
Der Konzern hat dem Vernehmen nach mehrjährige Reservierungsvereinbarungen abgeschlossen oder befindet sich in entsprechenden Verhandlungen. Diese umfassen ein kumuliertes Umsatzvolumen im hohen einstelligen Milliarden-Euro-Bereich und beinhalten auch bestimmte Vorauszahlungen.
„Infineon hat das dritte Quartal des Geschäftsjahres 2026 mit einem Rekordumsatz abgeschlossen und setzt den Wachstumskurs konsequent fort“, so CEO Hanebeck. „Immer mehr unserer Zielmärkte zeigen einen positiven Trend. Unsere Stromversorgungslösungen für KI-Rechenzentren bleiben sehr gefragt und sind weiterhin der wichtigste Wachstumstreiber. Darüber hinaus sorgen weltweit steigende Investitionen in die Netzinfrastruktur für Rückenwind. Auch im Automobilbereich ziehen die Aufträge spürbar an. Infineon ist in strukturellen Wachstumsmärkten mit seinem Produktportfolio und entsprechenden Fertigungskapazitäten hervorragend positioniert – und wir übersetzen diese Chancen in profitables Wachstum.“
Infineon liefert insgesamt ein gutes Zahlenwerk, auch wenn die Margen nicht ganz so stark steigen wie erwartet. Die fundamentalen Trends sind intakt. DER AKTIONÄR hält daher an seiner grundsätzlich positiven Einschätzung fest: Bei Infineon sorgt derzeit vor allem das boomende Geschäft mit Leistungshalbleitern für die Stromversorgung von Rechenzentren für viel Fantasie. Rückenwind spürt der heimische Chipriese aber auch im Automotive-Bereich und bei seinen Industrieaktivitäten, wo nach einer langen Durststrecke eine schrittweise Erholung erwartet wird. Doch damit nicht genug: Humanoide Roboter könnten zum nächsten Wachstumstreiber für den DAX-Konzern werden. Wichtig dabei: Infineon stellt selbst keine humanoiden Roboter her, liefert jedoch Halbleiterlösungen für zahlreiche zentrale Funktionsbereiche.
Die Aktie bleibt eine attraktive Möglichkeit, mittel- und langfristig von der Erholung des Halbleitermarkts und dem anhaltenden KI-Boom zu profitieren. Anleger mit Weitblick bleiben investiert. Rücksetzer in den Bereich um 60 Euro bieten sich zum Auf- oder Ausbau einer Position an.
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