Ein Kursrutsch bei den Aktien des französischen Halbleiterkonzerns STMicroelectronics hat auch die Papiere des heimischen Chipriesen Infineon belastet. Dazu kommen die roten Vorzeichen beim Wettbewerber Texas Instruments, obwohl dieser gestern nach US-Börsenschluss seine Prognose leicht angehoben hat. Das Umfeld wird rauer.
STMicroelectronics enttäuschte die zuletzt erfolgsverwöhnten Anleger mit seiner Prognose für den Umsatz im laufenden dritten Geschäftsquartal. Im Detail erwarten die Franzosen im dritten Quartal einen Umsatz von 3,7 Milliarden Dollar. Die Konsensschätzung der Analysten lag bei knapp 3,8 Milliarden Dollar.
Die Börse strafte diese minimale Abweichung direkt überproportional ab: An der Pariser Börse Euronext sackte der Kurs um bis zu 17 Prozent auf den tiefsten Stand seit Mitte Mai ab. Möglicherweise fahre die Fertigung des iPhone 18 nicht so schnell hoch wie angenommen, erklärte Analyst Janardan Menon von der US-Bank Jefferies in einer Schnelleinschätzung.
Da half es auch nicht, dass der Vorstand in Aussicht stellte, das Umsatzwachstum könnte sich im Schlussquartal wieder beschleunigen, da mehr Aufträge für Chips für Satelliten und Rechenzentren eingingen.
Doch damit nicht genug: Auch das deutliche Minus bei der Aktie des Infineon-Wettbewerbers Texas Instruments drückt auf die Stimmung. Der Halbleiterkonzern konnte die Anleger mit seiner angehobenen Prognose nicht mehr aus der Reserve locken.
Im schwachen Marktumfeld sackte auch die Infineon-Aktie auf 65,60 Euro ab. Die jüngste Aufwärtsbewegung fand damit ein jähes Ende. Seit Jahresbeginn summierte sich das Plus für den heimischen Chipriesen aber immer noch auf rund 90 Prozent – die mit Abstand beste Performance aller DAX-Werte.
DER AKTIONÄR hatte zuletzt auf die zunehmende Volatilität und mögliche scharfe Rücksetzer bei der Infineon-Aktie hingewiesen. Letztere bieten Anlegern aber auch die Möglichkeit, bei dem Titel einen Fuß in die Tür zu bekommen. Denn die Infineon-Aktie bleibt eine attraktive Möglichkeit, mittel- und langfristig von der Erholung des Halbleitermarktes und dem anhaltenden KI-Boom zu profitieren. Weitere Hintergründe dazu gibt es morgen an dieser Stelle. Anleger mit Weitblick bleiben vorerst investiert.
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