FRANKFURT (dpa-AFX) - Für Europas Halbleiterwerte zeichnet sich am Dienstag wieder ein schwieriger Tag ab. Eine deutliche Schwäche der KI-Werte am Morgen in Asien macht ihnen das Leben schwer. Der südkoreanische Leitindex Kospi, zuletzt zum Sinnbild der KI-Rally geworden, ging zwischenzeitlich mit minus 8 Prozent wieder in eine Handelsunterbrechung. Die Aktien von Samsung
Die Samsung-Resultate seien auf den ersten Blick zwar hervorragend gewesen, stellte Marktbeobachter Stephen Innes fest. Die Aktien seien aber "priced for perfection" - also mit derart hohen Ansprüchen der Investoren belegt, dass die Erwartungen kaum noch übertroffen werden konnten. Der "erste KI-Stresstest" habe nun nicht geklappt, denn die erhoffte "positive Überraschung on top" sei ausgeblieben.
Insgesamt verändere sich gerade die Erwartungshaltung, erklärte Innes. Nicht mehr die aktuelle starke KI-Nachfrage sei entscheidend, sondern ob das Tempo dynamisch genug bleibe, um die bereits hohen Bewertungen zu rechtfertigen.
Auch die Experten von Morgan Stanley konstatierte eine Veränderung in der KI-Landschaft, führte Innes weiter aus. Nicht mehr die Chip-Werte als Ausrüster der KI-Welle seien gefragt, sondern eher die sogenannten Hyperscaler - also die Betreiber riesiger Cloud-Rechenzentren.
Infineon
Im Fokus stehen auch weiterhin branchenfremde Werte, die beispielsweise vom Energiebedarf der Rechenzentren oder ihrem Bau profitieren. Zu nennen sind hier unter anderen Siemens Energy
Quelle: dpa-AFX